Sachsen meets Mosel 16.08.10

Gemeinsame Jahrgangspräsentation von Klaus Zimmerling und Clemens Busch in Dresden-Pillnitz. Erneut überzeugende Weine von Klaus Zimmerling im mengenmäßig katastrophalen Jahrgang 2009 – kein Müller-Thurgau, kein Traminer, Mikromengen von Weiß- und Grauburgunder. Ab dem 2009er Jahrgang verwendet Klaus Zimmerling als erster Winzer in Sachsen ausschließlich Schraubverschlüsse.  Riesling 09: zunächst verhalten / klare Frucht / weißer Pfirsich / vibrierend / saftig / dezente Restsüsse / elegant / mittlere Länge / jetzt – 2014 / 15,5.   Riesling “R” 09: noch verschlossen / reife Frucht / mittlerer Körper / balancierte Säure / zeigt am Gaumen viel Schmelz und Substanz / besitzt Potential / 2011 – 2017 / 16,5.   Riesling “A” 09: kühle Exotik / kristalline Frucht / balancierende Restsüsse / nochmal eine Stufe nachhaltiger und kraftvoller als der “R” / seidige Textur / elegant / gute Länge / 2011 – 2018 / 17,0.  Weißburgunder “A” 09: gelbe Frucht / verhalten / florale Noten / voller Körper / konzentriert / fast stoffig / Alk. 13,5 % Vol. / vom Alkohol getragener mittlerer Abgang / 2011 – 2014 / 15,0.  Grauburgunder “A” 09: unentwickelt / viel Würze / voller Körper / kraftvoll / fleshy / besser in Balance wie der WB “A” /  2011 – 2015 / 16,0+.  Spätburgunder Illusion (Blanc de Noir) 09: dezente rote Frucht / klar / mittlerer Körper / Alk. 13,5 % Vol. / saftige Frucht / extraktreich / sehr gute Balance / frisches Finish / jetzt bis 2014 / 16,0.

Clemens Busch präsentierte einen Querschnitt aus 08 und 09 – ein Großteil der 09er wird erst in den kommenden Wochen gefüllt. Stilistisch sind die Weine eigenwillig und tragen deutlich eine Handschrift: Struktur, Tiefe und Potential statt Vordergründigkeit und primäre Frucht. Die beiden 09er vom Grauen und Roten Schiefer zeigen, wieviel Zeit die Weine vom Clemens Busch brauchen: fast untrinkbar zum jetzigen Zeitpunkt, sperrig, unruhig, mit reduktiven und medizinalen Noten. Was ein Jahr Entwicklung ausmacht, demonstrieren die 08er Großen Gewächse: Marienberg GG 08: vollreife Frucht / florale Noten / pure / fest strukturiert / salzige Mineralität / kraftvoll / extraktreich / mittlere Länge / 2011 – 2017 / 16,5.  Marienberg “Rothenpfad” GG 08: reife Frucht / kräutrig – ätherische Noten / voller Körper / konzentriert / monolithisch / sehr gute Länge / 2011 – 2019 /17,0+.  Marienberg “Fahrlay” GG 08: zurückhaltend / flinty / Würze / florale Noten / moderate Restsüsse / kräftige Säure / feste Struktur / zeigt gute Balance und Länge / 2011 – 2017 / 16,5+.  Marienberg “Fahrlay” 07: exotische Touch / fruchtbetonter und mehr Restsüsse als 08, was etwas zu Lasten der Struktur und Präzision geht / wirkt etwas stumpf / Zeit geben ? / 15,5.  Marienberg Kabinett 09: mineralischer Touch / weisser Pfirsich / Apfel / schlank / saftig / sehr gute Restsüsse – Säure Balance / frisches Finish / klassisch Mosel / jetzt bis 2014 / 15,0.

Tasting in fast privater Atmosphäre im Weintempel von Klaus Zimmerling

Ein Gedanke zu „Sachsen meets Mosel 16.08.10

  1. janek

    Tasting der 09er zur Mainzer Weinbörse am 18.04.11: Riesling Grauer Schiefer: ätherisch / kräutrig / fest / mittlere Länge / 15,5. Riesling Roter Schiefer: erdig-steinige Note / etwas phenolisch / Mittlerer Körper / fehlende Eleganz / 15,0-. Riesling Rothenpfad 09: Grapefruit / balsamisch / fest strukturiert / präzise / braucht noch Zeit / 2013 – 2020 / 17,5. Riesling Fahrlay: Kandierte Frucht / ätherisch / kraftvoll / Turbo-Wein / lang / bis 2022 / 18,0. Riesling Falkenlay: zurückhaltend / am Gaumen breit / monolithischer Wein / 16,5-.

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