Beitrags-Archiv für die Kategory 'Tasting Notes'

Tornai, Grófi Juhfark Top Selection 2008

Mittwoch, 9. März 2011 11:50

Spezialität aus Somló, einem kleinen Weinbaugebiet nordwestlich des Balaton. Die Weinberge erstrecken siich überwiegend an den Hängen des rd. 430 m hohen Berges Somló – einem erloschenen Vulkan. Kräftiges Strohgelb mit goldgelben Reflexen / konzentrierte Nase / mineralisch / nussige Nuancen / Trockenobst / leichter Honigtouch/ kräftiger Körper / Alkohol 14,5 % Vol. / auch am Gaumen viel Mineralität / kräftige balancierende Säure / feste Struktur / Holztouch / gute Länge / charaktervoller Wein in opulenter Stilistik / bis 2018 / 16,0+

Thema: Tasting Notes, Wein der Woche | Kommentare (0) | Autor:

Burgund 2008

Freitag, 4. März 2011 0:41

Ein Jahr nach den „Grand Jour de Bourgogne“ gab das jährliche Burgund Tasting am Institute of Masters of Wine einen guten Überblick über die Entwicklung des 2008er Jahrgangs. Ein Achterbahn-Jahrgang, der durch anhaltend schönes Wetter im September gerettet wurde. Kennzeichnend für 2008 ist die hohe Säure – sowohl für Weiß- und Rotweine. Wie im Vorjahr bestätigten sich große Unterschiede zwischen kommunalen Weinen sowie den Premier und Grand Crus. Exzellent präsentieren sich die Weißweine mit guter Konzentration, reifer Frucht und sehr gutem Potential für weitere Reife. Inhomogen die Rotweine – schwach vor allem Corton (Ausnahme Bonneau du Martray). In Summe deutlich besser als der 07er – mehr Tiefe, Gewicht und Potential.

Weißweine:

Drouhin, Les Clos Grand Cru, Chablis – flinty / mineral / pure / gute Balance und Länge / bis 2022 / 17,0

Drouhin, Clos des Mouches Blanc 1er Cru, Beaune – lively / schlank / gute Länge / bis 2016 / 15,0+

Comtes Lafon, Clos de la Barre, Meursault – unentwickelt / reife Frucht / noch holzgeprägt / gute Balance / bis 2020 / 17,0+

Comtes Lafon, Charmes 1er Cru / Meursault – verschlossen / konzentrierte Frucht / präzise / elegante Struktur / lang / fine / bis 2028 / 18,0

Leflaive, Puligny-Montrachet – unentwickelt / dezentes Holz / gut strukturiert / Mittlere Länge / bis 2020 / 16,5

Leflaive, Le Claivoillon 1er Cru, Puligny-Montrachet – reife Frucht / elegant / mineralische Noten / gute Länge / bis 2025 / 17,5

Leflaive, Les Pucelles 1er Cru, Puligny-Montrachet – konzentrierte Frucht / viel Finesse / präzise / lang / großartiger Wein / bis 2028 / 18,0

Chanson, Les Chenevottes 1er Cru, Chassagne-Montrachet – pure / florale Noten / schlank / kräftige Säure / mittlere Länge / bis 2018 / 16,0

Dujac, Les Montluissants 1er Cru, Morey-St Denis – weißer Pfirsich / weich / mittlere Säure / etwas breit /  bis 2015 / 15,5

Faiveley, Bienvenues-Bâtard-Montrachet Grand Cru – konzentrierte Nase / saftige Frucht / geschmeidig / besitzt Eleganz, Tiefe und Länge / mineralisches Finale / – 2030 / 18,5

Comtes Senard, Corton Blanc Grand Cru – kalkig-mineralisch / verschlossen / fest strukturiert / braucht Zeit / gute Länge / bis 2028 / 17,0

Chandon de Briailles, Corton Blanc Grand Cru – entwickelt / kandierte Früchte / fruchtige Stilistik / hohl / kurz / entäuschend / bis 2015 / 15,0-

Bonneau du Martray, Corton Charlemagne Grand Cru – verschlossen / fokusiert / Struktur-Wein / kräftige Säure / gute Balance und Länge / etwas hinter dem großartigen 07er / bis 2030 / 17,5+

Rotweine

Comtes Lafon, Santenots-du-Milieu 1er Cru, Volnay – tiefgründige Nase / schwarze Frucht / seidige Textur / feinkörniges Tannin / hat viel Appeal / bis 2022 / 16,5+

Domaine de Montille, Les Rugiens 1er Cru, Pommard – Rote Früchte / etwas floraler Touch / unreife Tannine / eindimensional / bis 2016 / 14,0

Michel Gaunoux, Les Rugien 1er Cru, Pommard – ätherische Noten / feste Struktur / linear / robust / bis 2018 / 15,5

Michel Gaunoux, Les Grands Epenots 1er Cru – reife Frucht / mittlerer Körper / gute Konzentration / mittlere Länge / bis 2022 / 16,0

Bonneau du Martray, Corton Grand Cru – sehr klare Nase / ätherisch / saftige, reife Frucht / feine Struktur / fleshy / lang / bis 2028 / 17,5++

Comtes Senard, Corton-Bressandes Grand Cru – viel Holz / rustikal / kräftige Säure / fehlende Balance / bis 2018 / 14,5

Tollot-Beaut, Corton-Bressandes Grand Cru – Neues Holz / breit / grobes Tannin / kurz / viel Holz im Finale / bis 2020 / 15,0

Michel Gaunoux, Corton-Renardes Grand Cru – diffus / breit / kräftige, unterschwellig unreifes Tannin / bis 2018 / 14,5

de Montille, Corton Clos du Roi Grand Cru – floral / mittlerer Körper / kantiges Tannin / hohe Säure / ohne Balance / bis 2018 / 15,0-

Bruno Clair, Marsannay Les Longeroies – etwas stumpfe Nase / saftige Frucht / leichter Style / seidig / gut / bis 2015 / 15,0

Méo-Camuzet, Vosne-Romanée – reife Schwarzkirsche / guter Extrakt / seidige Textur / sinnlicher Wein / bis 2020 / 16,5

Dujac, Aux Malconsorts 1er Cru, Vosne-Romanée – viel neues Holz / auf Konzentration gesetzt / wenig Finesse / bis 2018 / 15,5

de Montille, Aux Malconsorts 1er Cru, Vosne-Romanée – Kompottnoten / mittlerer Körper / hohe Säure / grippy / bis 2017 / 15,0+

Grivot, Les Beaux Monts 1er Cru, Vosne-Romanée – viel Würze / etwas breit / nicht die gewohnte Finesse von Grivot / bis 2018 / 15,0+

Drouhin, Grands Echézeaux Grand Cru – zurückhaltend / feste Struktur / robust / etwas karg / mittlere Länge / bis 2022 / 16,0

Grivot, Nuits-St Georges, Aux Bodots 1er Cru, Nuits-Saint-Georges – viel Würze / erdige Noten / fest / robust / kräftiges Tannin / bis 2018 / 15,5+

Henri Gouges, Les Vaucrains 1er Cru, Nuits-St-Georges – Fleischnoten / kräftiges Rückgrat / mineralisch /  kein Schmeichler / bis 2020 / 15,5

Henri Gouges, Clos de Porets 1er Cru, Nuits-St-Georges – schwarze Früchte / konzentriert / prägnantes Tannin / typical Gouges-Style / bis 2022 / 16,0

Grivot, Clos de Vougot Grand Cru 2008 – dunkle Früchte / pure / fokusiert / feinkörniges Tannin / großartige Balance und Frische / lang / bis 2030 / 18,0+

Château de la Tour, Clos de Vougot Vieilles Vignes Grand Cru – vollfruchtige Aromatik / reife, saftige Frucht / weiche Textur / fast feminin / mittlere Länge / bis 2022 / 17,0

Dujac, Morey-St-Denis – Primärfrucht-Aromatik / mittlerer Körper / guter Extrakt, aber etwas flockiges Tannin / adstringierendes Finish /  bis 2018 / 15,0+

Roumier, Clos de la Bussiere 1er Cru, Morey-St-Denis – pure / Schwarzkirsche / elegante Struktur / großartige Präzision / seidige Textur / setzt als Premier Cru Maßstäbe / bis 2022 / 17,5

Roumier, Bonnes-Mares Grand Cru – tiefgründige Nase / fokusiert / mittlerer Körper / auf den Punkt reife Frucht / fein gewobene Tannine / viel Finesse / lang / bis mind. 2030 / 18,5++

Roumier, Chambolle-Musigny – Kirschfrucht / geschmeidig / gut strukturiert / elegant / bis 2020 / 16,5

Méo-Camuzet, Les Feusselottes 1er Cru – reife dichte Frucht / viel neues Holz / <süß> / seidige Textur / geschmeidig / Model-Wein / bis 2025 / 17,5

Jacques-Fréderic Mugnier – Musigny Grand Cru – Satte Kirschfrucht / Mittlerer Körper / festes Rückgrat / präsentiert sich unruhig und kratzbürstig / braucht Zeit / bis 2022 / 16,5 ?

Jadot, Clos St Jacques 1er Cru, Gevrey-Chambertin – viel neues Holz / extraktreich / gute Balance / etwas vordergründiger Wein / mittlere Länge / bis 2020 / 16,0+

Faiveley, Les Cazetieres 1er Cru, Gevrey-Chambertin – zwei Flaschen mit unterschiedlichen Eindrücken / die Bessere: pure / Schwarzkirsche / präzise / festes Rückgrat / gute Länge / bis 2022 / 16,0+

Faivelay, Mazis-Chambertin Grand Cru – offen – entwickelt / Erdbeere – Rote Früchte / mittlerer Körper / hohe Säure / wenig Tiefe / eher Premier statt Grand Cru Niveau / bis 2018 / 15,5

Trapet, Lactricières-Chambertin Grand Cru – verschlossen / viel Würze / robust / streng / maskuliner Style / bracht Zeit / bis 2025 / 16,5

Trapet, Chambertin Grand Cru – fokusiert / sehr gute Präzision / unentwickelt / noch streng / Strukturwein / viel Potential / bis 2030 / 18,0+

Bruno Clair, Chambertin – Clos de Bèze Grand Cru – primäre Kirschfrucht / kräftiger Körper / feine Tannine / oppulenter als Trapet / dicht / fine / bis 2028 / 18,0

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Kühling-Gillot, Riesling Pettenthal GG 2009

Samstag, 26. Februar 2011 0:08

Aus der mit 70% Neigung steilsten Parzelle Rheinhessens. Roter Schiefer und roter Sandstein. Riesling in perfekter Verkörperung: sehr klar / zunächst rauchige Nuancen / ätherisch / balsamische Noten / kandierte Citrusfrucht / kraftvolle Struktur / salzig / dicht / packend / animierende Frucht / lang / jetzt bis 2025 / 18,0+.

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Colheita Port Tasting 24.02.11

Freitag, 25. Februar 2011 19:27

Ein grandioses Tasting mit Colheitas aus 7 Jahrzehnten fand gestern im “Vintage” in Köln statt. Organisiert und geleitet wurde das Tasting von Axel Probst, einer der profundesten deutschen Kenner der Port-Szene.

Grandios: Noval 1937

Colheita Ports sind in Deutschland kaum bekannt; sie spielen in Portugal selbst sowie in den Benelux-Ländern und Skandinavien eine bedeutende Rolle. Colheitas gehören zur Kategorie der Tawny-Ports und müssen mindestens 7 Jahre in Pipes (550 l Inhalt) reifen. In der Praxis wird diese Mindestreifezeit oft wesentlich überschritten: zwei, drei und mehr Jahrzehnte sind keine Seltenheit. Die Weine profitieren davon enorm: jüngere Colheitas aus den 90-igern wirken gegenüber ihren älteren Kollegen fast eindimensional. Im Vergleich zu den jahrgangslosen Tawnys gefallen mir gleichalte Colheitas regelmäßig besser, da sie für mich oft balancierter und eleganter sind.

La Rosa Colheita 1997: fruchtiger Style / getrocknete rote Früchte / “Banyuls”-Nase / balanciert / 15,5

Quevedo Colheita 1996: intensive Aromatik / stoffig / etwas rustikal / mittlere Länge / 15,5+

Real Companhia Velha Colheita 1998: diffuse Nase / bereits sehr entwickelt / ohne Eleganz / kurz / 14,0

Krohn Colheita 1995: sehr dichte Farbe / complex / konzentriert / seidige Textur / gute Länge / 16,5+

Krohn Colheita 1961: guter, aber kein großer Jahrgang / weich / cremig / Tabak-Finish / 17,5

Niepoort Colheita 1995: zurückhaltende Nase / fest / precise / Struktur-Wein / 16,0+

Niepoort Colheita 1937: Karamell / Nüsse / mittlerer Körper / gute Frische / lang / komplex / 18,5

Kopke Colheita 1995: dumpfe Nase / medizinal / wenig Eleganz / würziges Finale / 14,5

Kopke Colheita 1937: ausdrucksvolle Nase / extraktreich / Tabak-Noten / robust / mittlere Länge / 17,0

Noval Colheita 1995: süsse Würze / getrocknete Früchte / balanciert / complex / warmes Finish / 16,5

Noval Colheita 1937: pure / complex / dicht / reich / großartige Balance / stabil / weiteres Potential / 19,0

Dalva Colheita 1995: eindimensional / leichte Struktur / kurz / 14,5

Dalva Colheita Golden White 1963 (weiße Sorten): Kandierte Orangen / soft / seidig / gute Länge / 16,5

Warre´s Colheita 1995: intensive Nase / Rote Früchte / mittlerer Körper / alkoholisches Finale / 15,0

Warre´s Colheita 1937: Molasse / schwarzer Tee / Brot-Nuancen / voller Körper / etwas grob / baut nach einer halben Stunde im Glas ab / 17,0

Pocas Colheita 1994: fruchtdominiert / weich / gute Balance und Frische / mittlere Länge / 15,5

Pocas Colheita 1964: voller Körper / reich / noch viel Frucht / cremige Textur / sehr gut / 17,5

Messias Colheita 1995: Frucht-Drops / eindimensional / sehr süss / wenig Struktur / 14,5

Messias Colheita 1947: Nussige Nuancen / viel Süsse / opulenter Stil / gute Länge 17,5

Andresen Colheita 1937 (bottled 1980): sehr junge Farbe / kandierte Orangen / getrocknete Früchte / saftige Frucht / seidige Textur / balanciert / wirkt erstaunlich jung  für einen 37-iger Jahrgang / 17,5

Andresen Colheita 1937

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California Wine Tour – 05.02.11

Montag, 7. Februar 2011 20:58

Letzter Termin der California Wine Tour bei Kistler Vineyards im Sonoma County– ein Weingut, dass sich in den letzten zwei Jahrzehnten eine riesige Reputation für Chardonnay aufgebaut hat. Im Gespräch mit Co-Eigentümer Mark Bixler und bei einem Blick in den Keller zeigt sich schnell, dass Schickimicki fehl am Platz ist. Das Winemaking ist auf Zeit und wenig Intervention ausgelegt – alles wirkt sehr durchdacht und funktionell. Schlank und übersichtlich auch die Weinpalette: rd. 80% der Produktion sind Chardonnay´s aus vier verschiedenen Lagen – der Rest ist Pinot Noir. Die Weine zeigen balanciertes Holz, Geschmeidigkeit und Frische – nach vielen „weichen“ Chardonnay-Suppen eine willkommende Abwechslung. Exportiert werden nur rd. zehn Prozent der Gesamtproduktion – über die Hälfte wird direkt an den Kunden gebracht. Nur so lässt sich neben regelmäßig hohen R.P. Bewertungen wohl erklären, das man auch preislich kontinuierlich am oberen Ende rangieren kann: jeder deutsche Winzer mit Großen Gewächsen würde wohl vor Neid erblassen, wenn er die Preise der amerikanischen Kollegen sieht. Etwas irritierend wirkt der Herbizid-Einsatz im Weinberg. Angesichts der doch recht flachen Lagen (und der realisierbaren Preise) stellt sich für mich die Frage, ob man der Begrünung nicht auch maschinell zu Leibe rücken kann.  Am Abend gab´s zum Abschluss noch einen Wein aus dem historischen Napa Valley: Inglenook Cabernet Sauvignon 1967. Unfassbar frisch, präsent und komplex präsentierte sich der Wein – mit heute unvorstellbaren 12,0 % Vol.  Das alte Inglenook hat der Lauf der Geschichte weggeblasen und existiert heute nur noch in der Erinnerung … und in diesem Wein. Großartiges Napa Valley!

Knüller-Wein: Inglenook Cab 1967

Thema: Regionen und Vintages, Tasting Notes, Winzer | Kommentare (0) | Autor:

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