Beitrags-Archiv für die Kategory 'Wein der Woche'

Einzigartig: Henri Bonneau, Châteauneuf du Pape

Dienstag, 1. November 2011 23:48

Henri Bonneau gehört zu den großen Winzerpersönlichkeiten Frankreichs. Einen Termin bei ihm zu bekommen ist schwer und langwierig – nur wenigen gelang es bisher, in sein Kellerreich vorzudringen. Mythen ranken sich um ihn und und seine Weine, deren Verteilung bis vor einigen Jahren höchst subjektiv erfolgte. Ein Mittelsmann holt uns im Café la Mule du Pape im Herzen von Châteauneuf du Pape ab und führt uns durch alte Gassen zum Haus von Bonneau. Herzlich ist der Empfang und von Beginn an entwickelt sich eine ungezwungene Atmosphäre. Nach einer kurzen Phase des Kennenlernes geht es treppab in die verborgene Welt des Henri Bonneau. Gezieltes Marketing und gestylte Verkostungsräume sind ihm genauso suspekt und fremd wie das Einmaleins der modernen Önologie mit all ihren Hilfsmitteln, Pülverchen und Zusätzen – schon nach wenigen Minuten wird klar: Henri Bonneau ist die letzte Bastion des traditionellen Châteauneuf du Pape. Die museumsreifen Keller sind zum Teil aus dem 17. Jahrhundert und schockieren die Jünger des cleanen Winemaking.  Dicke Flusen hängen von der Decke, alte Emailletanks, Barriquefässer, von denen bestimmt keines jünger als 10 Jahre ist. Jeder erwartet angesichts dessen defekte und unsaubere Weine. Henri Bonneau beweist einmal mehr, das verschiedene Wege zum Ziel führen. Alle Fassproben bestechen durch Tiefe und eine unglaubliche Klarheit. So simpel wie der Keller ist auch die Vinifikation bei Henri Bonneau: Vergärung mit den Stielen und spontan, keine zusätzliche Maischung nach dem Ende der Gärung, Ausbau zwischen 4-6 Jahren in gebrauchten Barriques. einige auch länger. So dreht sich dann das Gespräch auch recht schnell um viele andere Dinge, u.a. um Essen und den Algerienkrieg. Sohn Marcel reicht ein um das andere Mal Fassproben aus verschiedenen Jahrgängen und den verschiedenen Cuvées. Alle Weine sind überwiegend aus Grenache sowie kleinen Prozentsätzen von Vaccarese, Cunoise und Mourvedre, aber im Grunde genommen interessiert Bonneau die genaue Zusammensetzung auch nicht. Syrah mag Henri Bonneau überhaupt nicht – für ihn gehört diese Rebsorte ausschließlich an die nördliche Rhône. Das Alter der 6 ha Weinberge beträgt 30 – 40 Jahre. Jährlich werden rd. 15.000 Flaschen produziert, die sich auf vier Weine verteilen. Einen Vin de table (der außer dem Namen nichts mit der belanglosen Tafelweinproduktion Südfrankreichs zu tun hat) sowie 3 verschiedene Châteauneuf du Pape: Henri Bonneau, Marie Beurrier und die legendäre Reserve de Célestins. Welche Barrique für welchen Wein verwendet bleibt bis kurz der Abfüllung offen und das Geheimnis von Henri, allerdings stammen die Trauben für die beiden Top-Weine überwiegend vom Zentralplateau aus der Lage La Crau. Unabhängig von Unterschieden in Komplexität, Dichte und Länge haben alle Weine eines gemeinsam: Sie besitzen Wildheit, Würze und Struktur, die so vielen aufkonzentrierten, eichenholzwürzigen Fruchtbomben aus dem Châteauneuf du Pape abgeht. Keine Schmeichler und glattgebügelte Weine, sondern Weine mit Natürlichkeit und urwüchsigem Charakter – jeder Wein erzählt seine ganz eigene Geschichte. Nach 1,5 h – die wie im Fluge vergehen – ist das Feuerwerk zu Ende: unzählige Fassproben aus 6 verschiedenen Jahrgängen liegen hinter uns. Herzliche Verabschiedung – danach geht´s zu Château Beaucastel und zurück in eine reale Weinwelt.

Henri Bonneau

Im Innenhof des Hauses und Weinguts Bonneau

Kellerimpression I

Kellerimpression 2

Marcel Bonneau

Bis zum nächsten Mal...

PS: Eine limitierte Menge an Bonneau-Weinen steht uns nach diesem Besuch zur Verfügung – bei Interesse schicken Sie mir einfach ein Mail.

Thema: Allgemein, Wein der Woche, Winzer | Kommentare (0) | Autor: janek

Tornai, Grófi Juhfark Top Selection 2008

Mittwoch, 9. März 2011 11:50

Spezialität aus Somló, einem kleinen Weinbaugebiet nordwestlich des Balaton. Die Weinberge erstrecken siich überwiegend an den Hängen des rd. 430 m hohen Berges Somló – einem erloschenen Vulkan. Kräftiges Strohgelb mit goldgelben Reflexen / konzentrierte Nase / mineralisch / nussige Nuancen / Trockenobst / leichter Honigtouch/ kräftiger Körper / Alkohol 14,5 % Vol. / auch am Gaumen viel Mineralität / kräftige balancierende Säure / feste Struktur / Holztouch / gute Länge / charaktervoller Wein in opulenter Stilistik / bis 2018 / 16,0+

Thema: Tasting Notes, Wein der Woche | Kommentare (0) | Autor: janek

Kühling-Gillot, Riesling Pettenthal GG 2009

Samstag, 26. Februar 2011 0:08

Aus der mit 70% Neigung steilsten Parzelle Rheinhessens. Roter Schiefer und roter Sandstein. Riesling in perfekter Verkörperung: sehr klar / zunächst rauchige Nuancen / ätherisch / balsamische Noten / kandierte Citrusfrucht / kraftvolle Struktur / salzig / dicht / packend / animierende Frucht / lang / jetzt bis 2025 / 18,0+.

Thema: Tasting Notes, Wein der Woche | Kommentare (0) | Autor: janek

Marcel Deiss, Langenberg 2007, Alsace

Donnerstag, 30. Dezember 2010 22:52

Premier Cru in St Hippolyte, Südausrichtung, Granitböden, Mischsatz mit Riesling, Pinot Gris, Beurot, Pinot Noir und Muscat. Subtile Nase / Weiße Früchte / duftig  / mittlerer Körper / seidige Textur / Deiss-typische Restsüsse / tolle Eleganz / Alk. 12,5 % / endet mit Frische, viel Frucht und salzigem Touch / “luftiger” und trotzdem strukturierter, fester Wein / animierend / jetzt bis 2015 / 17,0+.

Thema: Tasting Notes, Wein der Woche | Kommentare (0) | Autor: janek

Armand Rousseau, Clos St Jacques 1998

Samstag, 11. Dezember 2010 20:08

Leicht gereiftes mittleres Rubin / zunächst verhalten, braucht viel Zeit zur Entwicklung / nach 6 h Belüftung voll entwickelt / expressive und komplexe Nase / viel Würze / Schwarzkirsche / Trüffel / Liebstöckl / kraftvoll, fast oppulent / konzentriert / maskulin / präzise / viel Power / Turbo-Wein / lang / beeindruckender Wein / jetzt – 2025 / 18,0.

Benchmark für Gevrey-Chambertin

Thema: Tasting Notes, Wein der Woche | Kommentare (0) | Autor: janek

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