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Bordeaux 2016

Nach drei intensiven Verkostungstagen während der Primeur Week Anfang April formt sich das Bild des jüngsten Jahrgangs in Bordeaux. Die Messlatte hingt dabei schon im Vorfeld hoch. Enthusiastische Kommentare sowie die bereits im Vorfeld der offiziellen Primeurwoche veröffentlichten Verkostungsnotizen von James Suckling schickten die Message eines Jahrhundert-Jahrgangs um die Welt. Wie immer in Bordeaux ist natürlich ein detaillierter Blick notwendig – zu komplex ist das Bild aus verschiedenen natürlichen Bedingungen, Rebsorten und Styles.

Das Jahr ging recht bescheiden los – über Monate hinweg dominierte regnerisches Wetter in Bordeaux. Bis Ende März schüttete es ohne Ende. Mit rund 500 mm prasselte das 2,5 fache des langjährigen Durchschnitts herunter. Allerdings erwies sich im Verlauf des Jahres dieser Niederschlag als Segen – durch die gefüllten Wasserreservoirs wurde die spätere intensive Hitze- und Trockenphase mehr als positiv beeinflusst. Natürlich konnte das im Frühjahr noch niemand ahnen.

Tatsächlich setzte sich das recht unbeständige und feuchte Wetter fort und bestätigte die Ängste eines unregelmäßigen und verspäteten Wachstums. Zusätzlich schlug Ende April in einigen Regionen der Frost zu und hinterließ bedeutende Schäden. Mitten in dieser unbeständigen Periode begann Ende Mai die Blüte. Die Gebete für einen Wetterwechsel wurden Anfang Juni erhört. Zwischen dem 03. und 11. Juni gab es eine Periode trockenen und warmen Wetters, welches in den meisten Weinbergen zu einer schnellen und gleichmäßigen Blüte führte.

Nach einer kleinen unbeständigen Phase mit Regen Mitte Juni hatte dann der Regengott endgültig sein Pulver verschossen. Die vegetative Entwicklung ging aufgrund der vollen Wasserspeicher zügig voran, eine Hitzeperiode Ende Juni beschleunigte die Entwicklung der Beeren und und legte den Grundstein für den Charakter des Jahrgangs. Trocken und heiß blieb es auch im Juli und August – zum Teil wurden neue Hitzerekorde erreicht. Langsam einsetzender Wasserstress führte zu einer zusätzlichen Konzentration der Beeren. Trotz heißer Tage waren die Nächte relativ kühl, so dass Aroma und Säure geschont wurden.

Der September startete ebenfalls heiß und trocken. Die ersten 13 Tage waren die heißesten Tage seit 1950, in Sauternes wurde am 12. September der Rekordwert von 37°C erreicht. Trockenstress war jetzt an der Tagesordnung, das Risiko für eine verzögerte Reife stieg von Tag zu Tag sprunghaft an. Am späten Nachmittag des 13. Septembers zogen schwarze Wolken auf und ein Sturm aus dem Baskenland fegte über Bordeaux. In Begleitung des Sturms kam heftiger Regen.

In einigen Appellationen kamen bis zu 40 mm runter und verdunkelten die Mienen der Winzer. Doch trockenes und sonniges Wetter kehrte postwendend zurück und hielt an bis zum Ende der Lese Mitte Oktober. Letztendlich war es genau der richtige Zeitpunkt für den Regen, um übermäßigen Stress zu vermeiden und einen neuen Impuls für die weitere Reife zu geben. Warme Tage und relativ kühle Nächte ab Mitte September führten zu einer weiteren Phenolkonzentration, ohne dass es zu Einbussen an Aromakomponenten und Säure kam.

Die Lese von Sauvignon Blanc und Semillon begann Anfang September. Aufgrund der trockenen und heißen Bedingungen im August wurden schnell eine ausreichende Zuckereinlagerung erreicht, wobei jedoch die aromatische Reife hinterher hinkte. Zum Schluss gab es zwar nochmal einen Reifeschub, aber viele Weißweine erreichten nicht ganz die Komplexität der großen Jahrgänge. Die Säurewerte lagen auf dem Level der 11er Weine und damit etwas geringer als in den letzten drei Jahrgängen. Insgesamt präsentieren sich die meisten Weißweine sehr ausgewogen und balanciert – ohne Zweifel ein sehr guter, wenn eben auch kein großer Jahrgang.

In Sauternes und Barsac wurden entsprechend der trockenen Bedingungen bis Mitte September in erster Linie eine Konzentration in den Trauben durch Trocknung erreicht. Der Niederschlag Mitte September brachte dann doch noch die gewünschte Botrytis, wobei diese sensorisch bei den meisten Weinen weniger ausgeprägt erscheint. Die meisten Sauternes und Barsac sind reichhaltig und zeigen eine klare Frucht.

Die Lese der roten Trauben begann in einigen Plots in der dritten Septemberwoche, wobei der größte Teil der Lese erst Anfang bis Mitte Oktober eingebracht wurde. Die Rotweine zeichnen sich bis auf wenige Ausnahmen durch hohe Extrakt- und Tanninwerte aus. Sie erinnern in ihrer Struktur an die 2010er, besitzen allerdings mehr Frische, Energie und Textur. Kombiniert mit einer zum Teil wahnsinnigen aromatischen Tiefe und auf den Punkt reifen Frucht ergab das die Basis für Stoff zum Träumen.

Einer der wesentlichsten Charakterzüge des 16er Jahrgangs ist Definition. Die lange Lesephase ab Mitte September gab jedem Château die Möglichkeit, den Stil des Hauses oder seiner Weinberge perfekt zu interpretieren und mit dem Ausdruck des Jahrgangs zu verbinden. Entsprechend weit gefächert ist die Variation an Stilistiken. Vom fast schwerelosen Lafite bis hin zum muskulösen Montrose ist alles dabei. Im Gegensatz zu vielen anderen Jahrgängen ist die Qualität sowohl vertikal als auch horizontal sehr hoch. Tolle Weine gibt es in allen Preissegmenten und Appellationen – einen Sieger herauszustellen fällt für die 16er Rotweine schwer. Ähnlich wie für die Weiß- und Süßweine wurde in den meisten Châteaux ein hoher Ertrag eingebracht und trug sicherlich neben der hohen Qualität dazu bei, dass die Bordelaiser Winzer aus dem Grinsen nicht mehr herauskamen.

Ist der 2016er ein großer Jahrgang? Schaut man sich die Bedingungen im Sommer und Herbst an, dann sieht man relativ schnell, dass vor allem die roten Trauben begünstigt wurden. In vielen Châteaux gehören die Rotweine sicherlich mit zum Besten, was jemals erzeugt wurde – und das entlang der gesamten Qualitätspyramide. Für die meisten weißen Trauben ging die heiße und trockene Phase am Ende mit einer Einbuße an Frische und Aromapotential daher und nur wenige Weine aus diesem Segment erreichen die Höhe ihrer roten Kollegen. Fazit: gut bis sehr gut für weiß und süß und sehr gut bis groß für rot – das ist in Kürze der 2016er Bordeaux.

Meine TOP 50:

Mouton-Rothschild – definitiv ein ganz großer Mouton und für mich einer der Weine des Jahrgangs / gewaltige Tiefe / viel Frische und Finesse / 19,5++

Vieux Chateau Certan – explosive pure Frucht / frisch / ultralang / 19,5+

Ausone – ultrafeine Frucht / kombiniert diese irre Frucht mit Frische und gewaltiger Struktur / 19,5+

Lafite Rothschild – verbindet die Leichtigkeit des Seins mit großartigem Tiefgang / einer der finessenreichsten Weine des Jahrgangs / 19,5+

Latour – 93% Cabernet Sauvignon / strukturiert / massiv / riesiges Potential / 19,5

Haut Brion - powerful und dicht / hält vermutlich 100 Jahre und länger / Geduldswein / 19,0+

Lafleur – konzentrierte Frucht / muskulös / großartiges Potential / 19,0

Haut Brion blanc – wie immer eine Klasse für sich und eine der ganz wenigen großen weißen Bordeaux in 2016 / 19,0

Yquem – wieder ein Traumstoff mit kristalliner Frucht, seidenweicher Textur und viel Frische im sehr langen Finale / 19,0

Margaux – fein und perfekt proportioniert wie immer wenn auch für mich einen Tick hinter dem tollen 2015er / unglaubliche 50 hl/ ha wurden in 2016 vom Grand vin produziert / 19,0

Palmer – großartiger Fokus und Finesse / auf dem Level von Château Margaux / 19,0

Montrose – vermutlich einer konzentriertesten und massivsten Weine in 2016, aber trotzdem sehr stylisch / ähnlich wie HB wird man hier lange warten müssen / 18,5++

Leoville las Cases – wie üblich sehr zurückhaltend und aristokratisch / dahinter aber schlummert Tiefe, Struktur sowie konzentrierte Frucht / klassischer LLC / 18,5+

Ducru Beaucaillou – exotisch, spleenig und expressiv / high energy wine / 18,5

L´Eglise Clinet – feinsinnige Frucht und geschliffenes Tannin / 100% Durantou Style / 18,5

Cos d´ Estournel – hat im Vergleich zu früheren Jahren abgenommen und das steht ihm verdammt gut / elegant / zeigt wirkliche Klasse / 18,5

La Mission Blanc – viel Energie und fast kristalline Frucht / besitzt nicht ganz die Tiefe von HB blanc / 18,5

Pontet Canet – nur 35 hl / ha / 45% Ausbau in Beton-Amphoren / reichhaltige Frucht / geschliffen / viel Energie / 18,5

Petrus – sehr sinnliche Frucht aber auch einer der wenigen Weine, wo man deutlich den Alkohol spürte (14,5%) / braucht definitiv Zeit / 18,0+

Figeac – auf den Punkt reife animierende Frucht, dazu viel Rückgrat und Frische / toller Figeac / 18,0+

Brane Cantenac - einer der Überraschungen des Jahrgangs und Bestätigung eines Aufwärtstrends / auf diesem Level gehört BC definitiv zur Spitzenklasse in Margaux / glänzend poliertes Tannin / viel Extrakt und Finesse / absolute Kaufempfehlung / 18,0+

La Mission Haut Brion  – verrückte Nase mit intensiven Cumin flavours / geradlinig und drahtig / gute Länge / 18,0

Pape Clement – seit einigen Jahren absolute Spitzenklasse in Péssac und so auch in diesem Jahr / pure / klassischer Zuschnitt mit hohem Spaßfaktor / 18,0

Leoville Barton - auch in diesem Jahr gibt es an LB nicht auszusetzen /  bleibt seiner Stilistik treu und verbindet Understatement mit Struktur und Ausdruck / 18,0

Lynch Bages - Turbo Wein mit viel Power und Konzentration / very much Pauillac / 18,0

Canon - die Benchmark für Canon ist der außerirdische 2015er und zumindest momentan ist der 16er ein Tick hinterher / besitzt viel Tiefe und Dichte aber momentan nicht diese Finesse, die den vergangenen Jahrgang auszeichnet / großes Potential / 18,0

Pichon Comtesse - saftige Frucht und expressive Nase / besitzt nicht ganz die Frische anderer 16er auf diesem Level / spontan gefällt mir auch hier der 15er einen Tick besser / 17,5+

Smith Haut Laffite – nur einen Tick hinter Pape Clement / extrovertierter Style mit hohem Tempo / 17,5+

Les Forts de Labour – unverkennbar Latour Style / viel Würze / dicht / lässt wie üblich einige klassifizierte Weine alt aussehen / 17,5

Domaine de Chevalier – sehr klare fokussierte Frucht / viel Frische, Energie und feines Tannin / 17,5

Rauzan Segla – dramatische Nase mit Amarena und exotischer Würze / könnte etwas mehr Tiefgang am Gaumen haben aber zeigt deutlich Finesse / 17,5

Cheval Blanc – aufgeschlossen und aromatisch / konzentriert aber lässt Finesse und wirkliche Klasse vermissen / 17,5

Clerc-Milon – beweist, dass alle Weine aus dem Mouton Stall in diesem Jahr Klasse besitzen / kompakt / strukturiert / feines Tannin / 17,5

Angelus – viel Power und Extrakt / lässt deutlich die Muskel spielen / hat sicherlich seine Liebhaber, mir ist es etwas too much / 17,5-

Saint Pierre – coole Nase mit wilden Beeren und gecrushter Cassis / eleganter Style / 17,5

Canon La Gaffeliere – für mich einer besten Canon la Gaffelieres in den letzten Jahren / verbindet Dichte mit Frische und trocknet nur im Finale leicht aus / 17,5

Pavie Maquin – sehr animierende Nase / besitzt nicht ganz die Dramatik der großen 16er aber zeigt dafür Geschlossenheit und einen roten Faden / 17,5

Petit Mouton – bester Petit Mouton der letzten Jahre / expressive Nase / viel Textur und Frucht / macht jetzt schon Spaß / 17,5

Branaire Ducru – besitzt Ausstrahlung und Charme / saftige Frucht / macht sicherlich schon jung viel Spaß / 17,5

Le Pin - viel Frucht und cremige Textur / wirkt momentan etwas behäbig / vielleicht bringt die Entwicklung etwas mehr Gleichgewicht / 17,5

Lagrange – das Suntory-Weingut steht immer im Schatten der anderen Stars in St-Julien und produziert dabei von Jahr zu Jahr sehr zuverlässige Weine / der 16er ist da keine Ausnahme und wird sicherlich zu den Great Value Weinen gehören / 17,5

Gruaud Larose – würzige Nase / kompakt / robust / braucht definitiv Zeit / 17,0++

Troplong Mondot - viel Substanz und expressive Frucht / Im Gegensatz zu vegangenen Jahren diesmal balanciert und mit einigen Nuancen an Finesse / 17,0+

Suduiraut – Muskelprotz / ausladende Nase mit viel Exotik und süßem Holz / anhaltend / 17,0+

Doisy Daene – viel Grapefruit / etwas Botrytis / einer der wenigen Sauternes mit Frische und Agilität / 17,0+

Grand Mayne – einer der vielen sehr guten St-Emilions in diesem Jahr / attraktive Nase / besitzt viel Reiz und seidige Textur / 17,0

Clinet -  gefällt mir in 2016 ausgesprochen gut / klare Frucht / saftig / elegant / 17,0

de Fargues – viel Botrytis / weich / saftig / sweet finish / 17,0

D´ Armailhac - definitiv einer der besten d´Armailhac der letzten Jahre / fast schlank / elegant / fokussierte Frucht / 17,0

L´If - besitzt für mich mehr Agilität als Le Pin aus dem selben Haus, auch wenn in der Nase ein Hauch von Überreife zu erkennen ist / 17,0

 

Weitere Tasting notes schicke ich auf Anfrage gern zu.

BORDEAUX 1995

Nach den qualitativ eher bescheidenen Jahrgängen 1991 – 1994 gelang mit dem 95er Bordeaux der erhoffte große Wurf. Fast perfekte Wetterbedingungen über die gesamte Wachstums- und Reifeperiode – kombiniert mit moderaten Erträgen – gipfelte in Weinen, die sich durch Konzentration und Tiefe auszeichnen. Rückblickend kann man 1995 sowieso als einen Wendepunkt betrachten: viele rote Bordeaux wurden dichter, konzentrierter und teurer – mit diesem Jahrgang wurde die Preisspirale der letzten zwei Jahrzehnte in Bewegung gesetzt. Welche fast irrsinnige Dichte die besten Weine des Jahrgangs aufweisen, zeigte eine vom Bordeaux Sammler Jens Goldammer organisierte Probe am letzten Sonntag in der WEINWIRTSCHAFT in Lichtenwalde. Die Vertreter der Left Bank entwickeln sich im Schneckentempo – einige der Premiers Crus präsentierten sich immer noch fast zugenagelt. Perfekt zum Trinken zeigten sich dagegen die Weine der rechten Seite, die aber ebenfalls die notwendige Substanz für eine weitere Reife besitzen. Mich erinnert 1995 in der Entwicklung deutlich an 1986, wo sich das Spitzensegment immer noch am Beginn der Trinkreife befindet.

Überstrahlt wurde die Probe von einem fast überirdischen Château Margaux, der perfekt Subtilität und Finesse mit Konzentration und Tiefgang verbindet. Unglaublich massiv und mit riesigem Potential stellten sich Mouton und Haut Brion zur Schau – letzterer in einer sehr reduktiven Phase. Selbst nach 6 Stunden Belüftung zeigten die beiden Weine nur im Ansatz ihr Potential und erfordern wohl noch weitere zehn Jahre Geduld. Der extravaganteste Wein der Probe war jedoch Cos d´ Estournel, den man schlichtweg als groß bezeichnen muss. Ausgestattet mit einem verschwenderischen Bouquet zeigt er trotzdem viel Eleganz und Feinsinnigkeit – weit weg vom Stil der letzten 15 Jahre. Insgesamt war es eine wirklich packende Probe – herzlichen Dank an Jens für dieses tolle Erlebnis.

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Trotanoy / developed / concentrated nose / still some primary elements / spicy-herbal touch / intense / soft tannins / lot of substance and potential / long / 18,0 / now – 2030

La Fleur Petrus / focused nose / ethereal / elegant style / very good energy and evolution in the glass / precise / medium length / 17,5 / now – 2025

Angelus / concentrated nose / spicy / medium body / shows good freshness and balance / fine tannins /  good length / 18,0+ / now – 2030

Valandraud / sweet spicy nose / plummy / luscious / textured / soft / good length / charming / 17,0 / now – 2022

Monbousquet / very ripe dark fruit / intense oak / fullish / rustic tannins / clumsy / medium length / 15,0 / now

Palmer / deep ruby red / concentrated nose / complex / medium body / fine tannins / elegant style / medium depth and length / 17,5+ / now – 2030

Margaux / complex nose / ethereal / dark fruit / great focus and purity / medium body / lot of energy / shows real depth and greatness / 19,5 / now – 2045

Haut-Brion / closed but very concentrated nose / needs time / lot of substance / firm yet balanced tannins / great potential / 18,5 / 2020 – 2045

Mouton-Rothschild / concentrated nose / dense / sweet spicy oak / massive yet balanced tannins / high potential / 18,5++ / 2025 – 2050

Lafite Rothschild / ripe dark fruit / cassis / energetic / fine-grained tannins / shows finesse and elegance but has not the depth and greatness of Margaux / 18,0 / now – 2035

Latour / restrained / pure / structured / masculin / dense / needs time / very good potential / 18,5+ / 2020 – 2045

Leoville las Cases / pure nose / lifted / subtile / medium body / very good freshness and focus / great combination between depth and lightness / classy / 18,0+ / now – 2035

Leoville Barton / developes nose / exotic spicyness / lean / firm / good balance / medium concentration and length / 17,5 / now – 2030

Ducru Beaucaillou / ripe cassis / forward / luscious / lot of fruit / balanced tannins / has not the structure and dimension of las Cases / medium length / 17,0 / now – 2030

Lynch-Bages / forward / intense bramble-berry / supple / textured / underlying firm tannins / shows structure and depth / good length / 17,5 / now – 2030

Pichon Baron / spicy / masculin / restrained / needs time / straight forward / lacks finesse / 16,5- / now – 2030

Grand Puy Lacoste / complex nose / spicy-tobacco notes / very good structure / precise / firm yet very balanced tannins / potential for further development / classic style / 18,0 / now – 2035

Batailley / pure nose / liquorice / lean / grippy / robust but balanced / medium depth, concentration and length / will keep in the bottle / 16,5+ / now – 2030

Clerc-Milon / forward nose / fully developed / tobacco notes / medium body /  good balance and length / 17,0 / now – 2030

D´Armailhac / sweet spicy-oaky notes / lean / uncomplicated / good balance but lacks structure and depth / 16,0 / now – 2020

Talbot / lifted / ethereal / firm backbone / medium body / shows good balance  / 17,0 / now – 2030

Montrose / deep nose / black fruit / tar / complex / concentrated / good structure / precise / masculin / needs time in the glass / 17,5 / now – 2030

Cos d´Estournel / forward / expressive / luscious / great depth / intense yet balanced oak / flamboyant / long / classy / 18,5 / now – 2035

BORDEAUX 2015

Nach der Release von rund fünfzig Weinen in den letzten drei Wochen – vorwiegend aus dem Spektrum der Petit Châteaux sowie einigen Sauternes – geht die Primeuroffensive 2015 in dieser Woche richtig los. Gestern erschienen mit Lafleur und Pape-Clément die ersten richtigen Schwergewichte, heute am frühen Morgen mit Clerc-Milon der erste Wein aus dem Rothschild Clan. Die perfekte Zeit, um einen etwas detaillierteren Blick auf den aktuellen Jahrgang zu werfen, der bereits seit Wochen als neuer Superstar nach 2005, 2009 und 2010 gehandelt wird.

Biodynamie@Château Latour

Biodynamie@Château Latour

Der Austrieb im letzten Jahr begann Anfang April, begleitet von einigen sehr heißen Tagen. Überwiegend sonniges und warmes Wetter im April und Mai war perfekt für das vegetative Wachstum und resultierte in einer schnellen und gleichmäßigen Blüte Ende Mai bis Anfang Juni. Der Juni war extrem heiß – am 30. Juni wurde der Rekordwert von 38,5°C gemessen. Auch im Juli blieb es sehr warm und trocken und es zeigten sich die ersten Anzeichen für Trockenstress. Anfang August kam dann endlich der ersehnte Regen und gab den notwendigen Schub für eine kontinuierliche Reife. Der September startete trocken. Warme Tage und kühle Nächte ermöglichten eine gute psychiologische Reife der Trauben mit hohem Aromapotential, reifen Gerbstoffen und guten Säurewerten. Die Lese für Merlot startete Mitte September, der letzte Cabernet Sauvignon wurde in der zweiten Oktoberwoche eingebracht. Heftige Regenfälle im nördlichen Médoc Mitte September (60 mm in zwei Tagen) erhöhten sprunghaft das Risiko für Fäulnis und führten teilweise zu einer Verwässerung der Trauben. Neben den üblichen Lagenunterschieden sowie dem Alter der Weinberge zeigte sich einmal mehr, dass die Bewirtschaftung der Weinberge einer der entscheidenden Faktoren in 2015 war. Organisch oder biodynamisch bewirtschaftete Weinberge kamen mit den trockenen und heissen Perioden besser zurecht und hatten einen Reifevorsprung, als  im September der Regen einsetzte. Der Wetterverlauf brachte es mit sich, dass die einzelnen Plots – insbesondere im Médoc – sehr unterschiedlich reiften und entsprechend sehr selektiv gelesen werden mussten. Daraus resultierte eine der längsten Leseperioden in der Geschichte Bordeaux´s, so dauerte beispielsweise die Lese bei den drei Philippe de Rothschild Weingütern (Mouton, Clerc-Milon, Armailhac) vom 14. September bis zum 06. Oktober.

Ist 2015 nun der avisierte Superjahrgang? Darüber erhitzen sich seit Wochen die Gemüter, selten gingen auch die internationalen Bewertungen so weit auseinander (siehe Liv-Ex). Fakt ist, dass es in  allen Appellationen und Farben tolle Weine gibt. Einige Châteaux haben Weine zum Träumen produziert – die besten Weine verbinden eine fast unglaubliche Substanz mit Subtilität, Frische und aromatischer Tiefe. Aber 2015 ist auch ein sehr heterogener Jahrgang. Dies schließt Weine an beiden Enden des Spektrums ein: behäbige und fette Weine mit überreifer Frucht sowie karge und rustikale Minimalisten. Unter dem Strich ist es mindestens ein sehr gutes Jahr – insbesondere in St-Emilion, Pessac und Margaux. Preismäßig wird es logischerweise teurer gegenüber 2013 und 2014 aber überwiegend etwas günstiger als das Super-Duo 2009 / 2010. Die bereits erschienenen Weine bewegen sich zwischen einem Plus von 5-25% gegenüber dem Vorjahr und geben höchstwahrscheinlich damit den Korridor für die meisten Teilnehmer am Primeur Game vor.

Der Wein des Jahres als Schlusspunkt eines beeindruckendes Lebenswerkes: Paul Pontallier, Château Margaux

Der Wein des Jahres als Schlusspunkt eines beeindruckendes Lebenswerkes: Paul Pontallier, Château Margaux

MEINE TOP TWENTY

Château Margaux – 87% Cabernet Sauvignon/ 8% Merlot / 5% Cabernet Franc & Petit Verdot / pure / fokussiert / Cassis / great finesse / strukturiert / Bootsladungen voller Tannin / großes Potential / sehr lang / 19,0++

Château Cheval Blanc – 55% Merlot / 45% Cabernet Franc / 100% neues Holz / Produktion rd. 100 TSD Flaschen / pure / komplex / feine Würze / elegant / viel Frische / geschliffenes Tannin / sehr lang / perfekt / 19,0+

Château Haut Brion blanc – 69% Sauvignon Blanc / 31% Semillon / 50% neues Holz/ zurückhaltend / ätherische und florale Komponenten / komplex / tief / perfekt eingebundenes Holz / hedonistisch / mobilisierende Säure / lang / großartig / 19,0+

Vieux Château Certan – 80% Merlot / 19% Cabernet Franc /  1% Cabernet Sauvignon / pure  / sehr aromatische Frucht / komplex / tiefsinnig /  / feinkörniges Tannin / seidige Textur / besitzt Energie, Frische und viel Finesse / lang / exzeptionell / 19,0

Château Latour – 97% Cabernet Sauvignon / 2,6% Merlot / zurückhaltende Nase / fokussiert / strukturiert / viel Extrakt / dicht / kräftiges aber unwahrscheinlich elegantes Tannin / lang / wow / 19,0

Château Ausone – 50% Cabernet Franc / 50% Merlot / 85% neue Barriques / pure / dunkle Früchte / floraler Touch / geschmeidig / lot of energy / elegant / geschliffen / lang / 18,5+

Château La Mission Haut Brion – 58% Merlot / 35% Cabernet Sauvignon / 7%  Cabernet Franc / 75% neues Holz / pure / feinsinnige Frucht / komplex /elegant / viel Finesse / feminin / geschliffen / frisch / lang / 18,5+

Château Canon – Pure / fokussierte Nase / saftige Frucht / perfekte Reife / geschliffenes Tannin / viel Tiefe und Finesse / präzise / lang / 18,5

Château Yquem – kristalline Nase / dezente Botrytis / Grapefruit / seidige Textur / perfekt balancierende Süße und Säure / besitzt Energie und Finesse / lang / dezentes Holz im Finale / sehr sinnlicher Wein / 18,5

L´Eglise Clinet – 90% Merlot, 10% Cabernet Franc / subtile Nase / komplex / fokussiert / texturiert / feines Tannin / Eleganz pur / langes, von Frucht und Frische getragenes Finale / 18,5

Château Haut Brion – 50% Merlot / 42% Cabernet Sauvignon / 8% Cabernet Franc / 78% neues Holz / Konzentrierte Nase / dicht / strukturiert / kräftiges, auf den Punkt reifes Tannin / texturiert / powerful / von Frucht getragenes langes Finale / 18,5

Château Pichon Comtesse de Lalande – 68% Cabernet Sauvignon, 29% Merlot, 3% Cabernet Franc, Petit Verdot / pure / fokussiert / texturiert / feines Tannin / viel Frische / subtil / von Frucht getragenes langes Finale / einer der elegantesten Weine des Jahrgangs / 18,5

Château Smith Haut-Lafitte - Intensiven Nase / Amarena / geschliffenes Tannin / powerful / Turbowein / balanciert auf hohem Niveau / lang / 18,5

Château Lafite-Rothschild - 91% Cabernet Sauvignon / 9% Merlot / zurückhaltend / fokussiert / gute Substanz / elegantes Tannin / komplex / besitzt Tiefe / langes Finale / 18,0++

Château La Mission Haut-Brion Blanc - 67% Semillon / 33% Sauvignon Blanc / floral / weißer Pfirsich/ saftig / vibrierend / dezentes Holz / weiche Textur / très élégant / lang / 18,0++

Château Palmer  – 44% Merlot / 50% Cabernet Sauvignon / 6% Petit Verdot / zurückhaltend / subtil / elegant / feinkörniges Tannin / strukturiert / besitzt viel Frische / lang / 18,0++

Château Pontet Canet - 65% Cabernet Sauvignon / 30 % Merlot / Pure / aromatisch / expressive Nase / Mandel / exotische Würze / Schwarzkirsche / saftig / hoher Extrakt / dicht / viel Textur / ätherische Noten / lang / der Vosne-Romanée von Pauillac  / 18,0+

Château Smith Haut Lafitte blanc - dezentes Holz / komplex / rauchige Komponenten / präzise / intensives, aber balanciertes Holz am Gaumen / hoher Extrakt / hedonistisch / sehr gute Länge / 18,0+

Château Rauzan-Segla - 63% Cabernet Sauvignon / 33% Merlot / 3% Petit Verdot / subtile Nase / weiche Textur / elegant / feines Holz / kräftiger aber balancierter Alkohol 14,0 / viel Energie / lang / zeigt Klasse / 18,0+

Gran Vin de Léoville du Marquis de las Cases - 85% Cabernet Sauvignon / 6% Merlot / 9% Cabernet Franc / 75% neues Holz / verschlossen / Cassis / holzgeprägt / florale Noten / ätherische Komponenten / elegant / feinkörniges Tannin / strukturiert / lang / 18,0+

 

BORDEAUX WEISS

Pavillon Blanc de Margaux – sehr klare Nase / floral / balanciertes Holz / vibrant / präzise / saftig / lang / großartig / 18,0+

Domaine de Chevalier – kristallin / zurückhaltend / floral / fokussiert / dezentes Holz / schlank / vibrierend / messerscharfe Präzision / langes, leicht salziges Finale / braucht Zeit / 18,0

Château Pape Clement blanc – verschlossen / Hefenoten / strukturiert / feines Holz / ätherisch / viel Substanz / frisch / lang / 18,0

Château Pique Caillou – neues Holz / würzig / pure / schlank / mobilisierende Säure / ätherisch / besitzt Fokus / gute Länge / überraschend / 17,0

La Clarté de Haut Brion – animierende Nase / Zitrus / Grapefruit / soft / saftige Frucht / erfrischende Säure / vibrierend / mittleres Finale / 16,5

Château Carbonnieux – pure / Citrus / schlank / präzise / animierend / ätherische Komponenten / saftige Frucht / gute Länge / 16,5

Château de Fieuzal – exotische Nuancen / weißer Pirsich / dezentes Holz / weich / texturiert / saftig / gute Länge / 16,5

Château Marlartic Lagraviere – zurückhaltend / lean / floral / ätherisch / besitzt Fokus / Säurekick im mittleren Finale / 16,0

Château Rahoul – reduktive Nase / floral / schlank / ätherische Noten / kräftige Säure / vibrierend / gute Länge / 16,0

Blanc de Cos d´Estournel – Passionfrucht / Cassis / dezentes Holz / ätherische Komponenten / schlank / erfrischende Säure / perfekt gearbeitet / mittlere Länge / 16,0

Château La Louviere – etwas diffuse Nase / verschlossen / saftige Frucht / guter Fokus am Gaumen / erfrischende Säure / dezente Holznoten im Finale / 15,5+

Château de Chantegrive blanc – floral / Stachelbeere / schlank / erfrischende Säure / aromatisch / mittlere Länge / 15,5

Aile d´Argent (Mouton-Rothschild) – 55% Sauvignon Blanc /  43% Semillon / 2% Muscadelle / Stachelbeere / Citrus / ausgewogen / soft / charmant / fehlt etwas der Drive / 15,5

Château Latour-Martillac – leicht reduktive Nase / Hefenoten / soft / zeigt Schmelz / mittlere Länge / 15,0

Château Larrivet Haut-Brion – reduktive Nase / floral / schlank / dezentes Holz / frische Säure / unkompliziert / mittleres, säurebetontes Finale / 15,0

Château Ferrande – etwas diffuse Nase / weißer Pfirsich / soft / ohne Fokus / mittlere Länge / 14,5

Château Bouscaut – verschlossen / etwas dumpfe Nase / weich / ohne Spannung / mittlere Länge / 14,5

Château Haut-Bergey – florale und würzige Komponenten / fehlende Präzision / plump / verwaschenes Finale / 14,0

Château Olivier – diffuse Nase / viel Holz / weiche Textur / ohne Fokus und Spannung / mittlere Länge / 14,0

Château de France – diffus / hohl / ohne Spannung / kurz / 13,5

 

Verkostungsmarathon zum Primeur-Tasting der Union des Grands Crus de Bordeaux

Verkostungsmarathon zum Primeur-Tasting der Union des Grands Crus de Bordeaux

PESSAC-LÉOGNAN / GRAVES

Château Pape Clément – Aromatisch / auf den Punkt reife Frucht / extraktreich / Wein mit Power aber auch Finesse / fast verschwenderische Fülle / lang / sehr gutes Potential / 18,0

Domaine de Chevalier – Cassis / florale Nuancen / saftig / texturiert / balanciert / guter Extrakt / mittlere Länge / 17,0+

La Chapelle de la Mission-Haut-Brion – Zurückhaltende Nase / Cassis / dezente Würze / geschliffen / fast schlank / feinkörniges Tannin / leicht trockenes Finale / 16,5

Château Pique Caillou – Rote Früchte / pure / saftig / viel neues Holz / texturiert / modern style / attraktiver Wein / 16,0+

Le Clarence de Haut-Brion – verschlossen / neues Holz / kantig / unfertig / extraktreich / mittlere Länge / 16,0

Château Ferrande – Konzentrierte Frucht / Schwarzkirsche / floraler Touch  / viel Textur / etwas vordergründiger aber gut gemachter Wein / holzbetontes Finale / 16,0

Château de Fieuzal - Dunkle Frucht / konzentriert / saftig / etwas fehlende Frische / holzbetontes Finale / 15,5+

Château de Chantegrive – Pflaumige Noten / dezentes Holz / pure / saftige Frucht / süße Würze / weiche Textur / holzbetontes Finale / 15,5

Château Rahoul - Konzentrierte Nase / leichte Überreife / dicht / fleischig / keine Frische / Dampfwalzenwein / 15,0-

Château Bouscaut – Cassis / saftige Frucht / balanciertes Tannin / etwas eindimensional, aber gut gemacht / adstringierendes Finale / 15,0

Château Les Carmes Haut-Brion – Amarena Kirsche / Schokolade / etwas überreife Frucht / dicht / barock / ohne Spannung / 15,0-

Château de France – Aromatisch / dunkle Frucht / dicht / ohne Frische / grobes Tannin / 14,5

Château Marlartic-Lagraviere – Holzbetont / dunkle Frucht / vordergründig / massives Tannin / ohne Eleganz / 14,5

Château Haut-Bergey – Schwarzfrucht / viel Würze / Überreife / dicht / keine Spannung / 14,5

Château Latour-Martillac – Schwarzfrucht / holzbetont / dicht / auf Extraktion gesetzt / rustikal / Quo Vadis Frische und Eleganz? / 14,5

Château Larrivet Haut Brion - Diffus / überreif / ohne Spannung und Fokus / 14,0

Château Carbonnieux – Flüchtige Säure / soft / plump / ohne Spannung / enttäuschend / 14,0-

 

CASTILLON / LALANDE DE POMEROL

Montlandrie – 75% Merlot, 20% Cabernet Franc, 5% Cabernet Sauvignon / Wildbeeren / floral /  animierende Nase / frisch / seidiges Tannin / viel Finesse / gute Länge / 16,0+

La Chenade – 80% Merlot /  20% Cabernet Franc / Dunkle Frucht / florale Noten / schlank / frisch / ausgewogen / animierend / 16,0

Les Cruzelles  – 90% Merlot / 10% Cabernet Franc / 45% neues Holz / floral / mittlerer Körper / festes Tannin / leicht trockenes Finale / 15,5

Clos Puy Arnaud – Reife Frucht / soft / rund / moderates Tannin / leicht trockenes Finale / unkompliziert / 14,5+

Château Veyry – 85% Merlot / 15% Cabernet Franc / Reife Frucht / rund / robustes Tannin / mittlere Länge / 14,5

Château Cap de Faugeres – 80% Merlot / jeweils 10% Cabernet Franc & Sauvignon / zurückhaltend / Würze / konzentriert / austrocknendes Tannin / fehlende Balance / 14,0

Château Côte Montpezat – 70% Merlot / 30% Cabernet Franc / Flüchtige Säure / robust / harsch / adstringierend / kurz / 13,5

 

Überzeugend auf der ganzen Linie: die Weine von Denis Durantou

Überzeugend auf der ganzen Linie: die Weine von Denis Durantou

SAINT-ÉMILION

Château Pavie Macquin – Pure / dunkle Frucht / balsamische Noten / dicht / extraktreich / geschliffen / balanciert auf hohem Niveau / besitzt Frische / sehr gut / 17,5++

Château La Dominique – pure / konzentrierte Frucht / texturiert / dicht / Blockbuster / gute Länge / 17,0

Château Quintus – 76% Merlot / 24% Cabernet Franc / zurückhaltend / Rote Früchte / präzise Frucht / konzentriert / gute Balance und Länge / 17,0

Château Moulin-St-Georges – 80% Merlot, 20% Cabernet Franc / 85% neues Holz / saftige Frucht / dezentes Holz / fokussiert / feinkörniges Tannin / elegant / besitzt Frische / gute Länge / 16,5++

Château Quinault l´ Enclos – 69% Merlot / 12% Cabernet Franc / 19% Cabernet Sauvignon / fokussierte Nase / Pflaumige Nuancen / mittlerer Körper / reifes Tannin / kräftiges Rückgrat / leicht trockenes Finale / 16,5+

Beau-Sejour Becot – konzentrierte Nase / <süße Frucht> / dicht / hedonistisch / texturiert / gute Länge / 16,5+

Fonplegade – aromatische Nase / pure / würziger Touch / gute Balance / besitzt Frische / feinkörniges Tannin / präzise / gute Länge / 16,5

Château Franc Mayne – reife rote Früchte / viel Glyzerin / zeigt Eleganz und Frische / mittlere Länge / 16,5

Chapelle d´Ausone – 45% Merlot / 45% Cabernet Franc / 10% Cabernet Sauvignon / 85% neues Holz / florale Noten / feinsinnige Frucht / extraktreich / reifes Tannin / etwas vom Alkohol getragenes Finale / 16,0+

Château Dassault – aromatische Nase / Dunkle Schokolade / dicht / viel Extrakt / etwas fehlende Frische / mittlere Länge / 16,0

Château Trotte Vielle – pure / florale Noten / soft / seidige Textur / solide / Everybody´s darling  / 16,0

Clos Fourtet – vollreife Frucht / dicht / soft / fruchtbetont am Gaumen / extraktreich / füllig / 16,0

Le Dragon de Quintus – florale Nuancen / saftige Frucht / soft / moderates Tannin / unkompliziert / mittlere Länge / 16,0

Château Canon La Gaffeliere – dunkle Früchte / konzentriert / weich / viel Textur / barock / 16,0

Saintayme – 100% Merlot / 30% neues Holz / pure / subtile Frucht / feinkörnig / geschliffen / ausgewogen / weiche Textur / dezentes Holz im Finale / TOP VALUE / 15,5++

Château de Fonbel – 80% Merlot / 10% Cabernet Sauvignon, 5% Petit Verdot und Carmenere / Ausbau 30% in Barriques / zurückhaltende Nase / floral / fast schlank / soft / reifes Tannin / balanciert / dezente Würze mittlere Länge / 15,5

Château Simard  - 80% Merlot / 20% Cabernet Franc / Ausbau in Beton und 30% Barriques / rote Früchte / saftig / geschmeidig / reifes Tannin / unkompliziert / mittlere Länge / 15,0

Château Cap de Moulin – intensive Nase / konzentriert / dicht / ohne Finesse / adstringierendes Finale / 15,0

Château Grand Mayne – Schwarze Früchte / viel Holz / überreife Frucht / behäbig / flockiges Tannin / 15,0-

Château Haut-Simard – 60% Merlot / 40% Cabernet Franc / Ausbau in Cuves und Barriques / rote Beerenfrucht / floraler Touch / festes Rückgrat / leicht austrocknendes Tannin / wenig Spannung / 15,0-

Fombrauge – rote Früchte / saftig / viel Textur / kräftiges Tannin / austrocknendes Finale / 15,0

La Marzelle – reife dunkle Frucht / etwas diffus / monolitisch / wenig Charme / konzentriert / trockenes Finale / 14,5+

Magrez-Fombrauge – konzentrierte Nase / viel Holz / stoffig / dicht / zuviel von allem / bitter / Muskelwein / 14,5+

Lynsolence – 100% Merlot / viel neues Holz / konzentriert / powerful / ohne Finesse / austrocknend / 14,5

Mondorien - 94% Merlot / 6% Cabernet Franc / Dunkle Frucht / Würze / mittlerer Körper / robust / ohne Charme / trockenes Finale / 14,5

Château La Clotte – 80% Merlot / 15% Cabernet Franc / 5% Cabernet Sauvignon / 85% neues Holz / zurückhaltende Nase / würzige Anklänge / mittlerer Körper / fehlender Fokus / diffus / 14,0

Zählt zu den Gewinner-Appellationen in 2015: Saint-Émilion

Zählt zu den Gewinner-Appellationen in 2015: Saint-Émilion

POMEROL

Château La Conseillante – 81% Merlot / 19 % Cabernet Franc / 70% neues Holz / konzentrierte Nase / pure / florale Nuancen / viel Extrakt / kräftiger aber balancierter Alkohol (14,5% ) / powerful / lang / 17,5

Château Clinet – reife rote Früchte / sweet spice / soft / füllig / moderate Säure / gefällig und charmant / 16,5+

La Petite Eglise – 100% Merlot / Produktion rd. 10 TSD Flaschen / verschlossen / zur Zeit vom Holz geprägt / viel Extrakt / rund / viel Substanz / besitzt gutes Potential / 16,5

Duo de Conseillante – 88% Merlot / 12% Cabernet Franc / Parzelle in der Nähe von Château Beauregard / 60% neues Holz / aromatisch / dunkle Frucht / ausgewogen / charmant / jung zu trinken / 15,5

Château Gazin – etwas diffuse Nase / vordergründig / wenig Spannung / mittlere Länge / 15,5

Château Feytit Clinet – zurückhaltende Nase / stoffig / konzentriert / könnte mehr Frische vertragen / mittlere Länge / 15,0

Château La Pointe – Fruchtpudding / Ansatz von Frische in der Nase / konzentrierte Frucht am Gaumen / reifes Tannin / OK-Wein / 15,0

Château La Croix de Gay – dicht / konzentriert / viel Holz / Hallo Frische? / langweilig / 14,5

Château Le Bon Pasteur – Marmelade / austrocknendes Tannin / mürbe /  14,5

Château Beauregard – Gekochte Früchte / diffus / ohne Focus / breit / enttäuschend / 13,5

 

FRONSAC

Château Moulin Haut Laroque – 65% Merlot, 20% Cabernet Franc, 10% Cabernet Sauvignon, 5% Malbec / Dunkle Frucht / Schwarzkirsche / strukturiert / fest / konzentriert / kräftiger Alkohol 14,5 % / viel Grip / mittlere Länge / sehr gutes Potential / 16,0+

Château la Riviére – 82% Merlot + Cabernet Franc & Sauvignon, Malbec / Fruchtpudding / viel Holz / robust / stoffig / etwas austrocknendes Finale / 14,5+

La Vieille Cure – 87% Merlot, 10% Cabernet Franc, 3% Cabernet Sauvignon / floral / mittlerer Körper / robust / 14,5+

Château Villars – Rote Grütze / mittlerer Körper / etwas überreife Frucht / grobes Tannin / hohl / 14,0

 

MARGAUX

Château Brane-Cantenac – 70% Cabernet Sauvignon / 19% Merlot / pure / dunkle Früchte / florale Noten / aromatisch / feinsinnig / frisch / elegant / feinkörnig / anhaltend / überraschend gut / 17,0+

Pavillon Rouge de Margaux –  / saftige Frucht / elegant / geschliffen / floraler Touch / frisch / gute Länge / 17,0

Château Giscours – 70% Cabernet Sauvignon / Cassis / florale Noten / saftig / weiche Textur / reifes Tannin / balanciert / verträgt das viele neue Holz / frisch / gute Länge / 17,0

Alter Ego de Palmer - 52% Merlot /  42% Cabernet Sauvignon / 6% Petit Verdot / floral / animierende Frucht / schlank / frisch / balanciert / mittlere Länge / 16,5+

Château Lascombes – 50% Cabernet Sauvignon /  47% Merlot / 3% Petit Verdot / konzentrierte Frucht / pure / reichhaltig / saftig / tanninreich / mittlere Länge / 16,5

Château Angludet – 50% Cabernet Sauvignon / 40% Merlot / fokussiert / pure / dicht / geschliffen / ausgewogen / 16,5

Chateau Ferriere – 63% Cabernet Sauvignon / 30% Merlot / 7% Cabernet Franc & Petit Verdot / zurückhaltend / floral / weiche Textur / feminin / eher auf der charmanten Seite / leicht trockenes Finale / 16,0

Château Prieuré-Lichine – 50% Cabernet Sauvignon, 45% Merlot, 5% Petit Verdot / 50% neues Holz / konzentrierte Nase / Schwarzkirsche / saftig / ausgewogen / viel Extrakt, aber auch Frische / etwas wenig Raffinesse, aber insgesamt sehr solider Wein /mittlere Länge / 16,0

Château Malescot St. Exupery – 70% Cabernet Sauvignon / 30% Merlot / aromatische Frucht / süßes Holz / viel Extrakt / intensiv / erneut viel Holz am Gaumen, nimmt dem Wein etwas die Frische / mittlere Länge / 16,0-

Château Desmirail – 60% Cabernet Sauvignon / 35% Merlot / holzbetonte Nase / vordergründig / saftig / gute Frische aber etwas eindimensional / 15,5

Château Kirwan – 50% Cabernet Sauvignon / 35% Merlot / 10% Cabernet Franc / diffuse Nase / weich / balanciert / wirkt etwas beliebig / 15,5

Château Marquis de Terme – 60% Cabernet Sauvignon / 35% Merlot / 5% Petit Verdot / diffus / holzgeprägt / saftiger Ansatz, aber extrem viel Holz / trockenes Finale / 15,0

Château du Tertre – 70% Cabernet Sauvignon / 10% Merlot / 10% Cabernet Franc /10% Petit Verdot / zurückhaltend / am Gaumen sehr vom Holz geprägt / harsches Tannin / Final blend? / 14,5

Château Siran – Stielige Noten / viel Holz / robust / mittlere Länge / 14,5

 

SAINT-JULIEN

Château Leoville Barton – 86% Cabernet Sauvignon /14 % Merlot / zurückhaltend / pure / perfekt reife Frucht / besitzt aromatische Tiefe / festes Rückgrat / linear / grippy / lang / 17,5+

Château Ducru-Beaucaillou – Pure / komplex / extraktreich / texturiert / elegant / poliertes Tannin / lang / 17,5+

Château Leoville-Poyferré – 65% Cabernet Sauvignon / 26% Merlot / Amarena / florale Nuancen / klare Frucht / strukturiert / frisch / weiche Textur / stoffig / viel neues Holz aber besitzt die Substanz dafür  / gute Länge / 17,0+

Langoa Barton – 54% Cabernet Sauvignon / 38% Merlot / subtile Nase / ausgewogen  / mittlerer Extrakt / nicht wirklich tief aber sehr stimmiger Wein / 16,5

Clos du Marquis – 66% Cabernet Sauvignon / 31% Merlot / 3% Cabernet Franc / 50% neues Holz / pure / floraler Touch / zurückhaltend / soft / elegant style / zur Zeit sehr stark vom Holz geprägt / guter Ansatz / mittlere Länge / 16,5

Château Lagrange – aromatische Nase / Rote Früchte / gute Substanz / balanciertes Holz / viel Textur / leicht trockenes Finale / 16,0+

Château Saint Pierre – 75% Cabernet Sauvignon / 19% Merlot / Cassis / saftig / kräftiges Tannin – etwas austrocknend / auf Power gesetzt / viel Holz im Finale / 16,0

Château Gruaud Larose –  floral Noten / mittlerer Körper / fast schlank / viel Frische / reifes Tannin / fehlt etwas Tiefgang / 16,0

Château Talbot – 66% Cabernet Sauvignon / 31% Merlot / Dunkle Frucht / saftig / frisch / ausgewogen / reifes Tannin / besitzt nicht die Finesse der besten St-Julien aber sehr stimmiger Wein / mittleres Finale / 16,0

Château Branaire Ducru – floral / saftige Frucht / mittlerer Körper / viel neues Holz / trockenes Finale / 16,0

Le Petit Lion du Marquis de las Cases – 40% Cabernet Sauvignon / 60% Merlot / 30% neues Holz / pure / zurückhaltend / saftige Frucht / wenig Tiefgang / austrocknendes Finale / 15,5+

Petit Marquis – 52% Cabernet Sauvignon / 48% Merlot / 30% neues Holz / fokussiert / lean / frisch / saftig / ausgewogen / lacks depth / 15,0

Château Gloria - holzbetont / Schokolade / breitschultrig / dicht / ohne Spannung und Eleganz / oaky finish / 15,0-

 

Tasting@Château Lafite Rothschild

Tasting@Château Lafite Rothschild

PAUILLAC

Château Mouton-Rothschild – 82% Cabernet Sauvignon / 16% Merlot / 2% Cabernet Franc / Konzentrierte Nase / Cassis / powerful / massives Tannin / viel Extrakt / unfertig / 17,5++

Château Pichon Baron – 77% Cabernet Sauvignon / 23% Merlot / pure / Cassis / Mandelholz / fest / muskulös / viel Gripp / strukturiert / gute Länge / 17,5+

Château Lynch Bages – 70% Cabernet Sauvignon / 23% Merlot / konzentrierte Frucht / pure / Cassis / florale Nuancen / saftig / viel Extrakt / darunter festes Tannin / balanciert / gute Länge / 17,5

Château Grand Puy Lacoste – 74% Cabernet Sauvignon / 23% Merlot / animierende Frucht / aromatisch / florale Noten / kräutrige Würze / saftige Frucht / strukturiert / grippy / fest / präzise / frisch / gute Länge / TOP VALUE / 17,5

Les Forts de Latour – 63% Cabernet Sauvignon / 35,6% Merlot / 1,4% Cabernet Franc & Petit Verdot / pure / geschliffen / poliertes Tannin / aromatische Tiefe / elegant / gute Länge / 17,0

Petit Mouton – 78% Cabernet Sauvignon / 17% Merlot / 5% Cabernet Franc / Pure / zurückhaltend / Cassis / florale Nuancen / deutlich mehr Gewicht als Clerc-Milon und D´Armailhac / saftige Frucht / kraftvolles Tannin / braucht Zeit / gute Anlagen / mittlere Länge / 16,5

Carruades de Lafite – 57% Cabernet Sauvignon / 36% Merlot, 7% Cabernet Franc / zurückhaltend / florale Noten / elegant / geschliffen / frisch / mittlere Länge / 16,0

Réserve de la Comtesse – 53% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot / 4% Cabernet Franc /  3% Petit Verdot / pure / crunchy / saftige Frucht / elegant / feminin style / moderates Tannin / frisch / 16,0

Château Batailley – 77% Cabernet Sauvignon / 20% Merlot / würzig / zurückhaltend / schlank / fest / kernig / 16,0

Château Haut Bages-Liberal – 65% Cabernet Sauvignon / 35% Merlot / pure / zurückhaltend / mittlerer Körper / fest / robust / mittlere Länge / 16,0-

Château Haut-Batailley – 72% Cabernet Sauvignon / 28% Merlot / viel Holzwürze / viel Gripp / festes Rückgrat / robust / kernig / mittlere Länge und Tiefe / 15,5+

Château Duhart Milon – 73% Cabernet Sauvignon / 27% Merlot / Konzentrierte Nase / saftige Frucht / reifes Tannin / lacks depth / mittlere Länge / 15,5+

Château Clerc-Milon – 51% Cabernet Sauvignon / 34% Merlot / 13% Cabernet Franc / zurückhaltend / florale Noten / dezentes Holz / mittlerer Körper / etwas stumpfes Tannin / wenig Tiefe  / mittlere Länge / leicht austrocknend / 15,5

Pauillac de Latour – 54% Cabernet Sauvignon / 41,7 % Merlot / pure / floral / Reife rote Frucht / saftig / ausgewogen / mittlere Länge / 15,0+

Château d´Armailhac – 60% Cabernet Sauvignon / 29% Merlot, 9% Cabernet Franc / Cassis / neues Holz / fast schlank / moderates Tannin / ohne wirkliche Klasse und Tiefgang / 15,0

Château Grand Puy Ducasse – Rote Früchte / viel neues Holz / rund / charmant, aber ohne Spannung / 15,0-

Lacoste Borie – 60% Cabernet Sauvignon / 30% Merlot, 10% Cabernet Franc / reife dunkle Frucht / dezentes Holz / etwas rustikales Tannin / 14,5+

Château Croizet Bages – 73% Cabernet Sauvignon / 27% Merlot / mürbe Frucht / weich / ausflockendes Tannin / simple / 14,0

Château Lynch-Moussas – 79% Cabernet Sauvignon / karge Nase / Tee / schlank / ohne Substanz /  13,5

 

SAINT-ESTÈPHE

Château Montrose – 67% Cabernet Sauvignon / 29% Merlot / 4% Cabernet Franc / konzentrierte Nase / pure / viel Schmelz / reifes Tannin / dicht / besitzt Frische / lang / 17,5+

Cos d´Estournel – 75% Cabernet Sauvignon / 24% Merlot / pure / komplex / exotische Würze / Dunkle reife Frucht / relativ schlank / frisch / poliertes Tannin / von Frucht getragenes Finale / 17,5

Château Calon-Segur - 82% Cabernet Sauvignon / 16% Merlot / 2% Petit Verdot / zurückhaltend / florale Anklänge / relativ schlank / es fehlt etwas Substanz und Tiefe / ausgewogen / mittlere Länge / 16,5+

Château Cos Labory – 55% Cabernet Sauvignon / holzgeprägt / etwas diffuse Nase / mittlerer Körper / besitzt Frische / kernig / 15,5+

Pagodes de Cos – 46% Merlot / Cabernet Sauvignon 44% / pure / animierende Frucht / floraler Touch / elegant / moderates Tannin / Charmeur / 15,5

Château Phelan-Segur – 53% Cabernet Sauvignon / 47% Merlot / zurückhaltend / pure / fast schlank / frisch / fehlt etwas Gewicht / robust / 15,5

Château Lafon-Rochet – 35% Cabernet Sauvignon / Zurückhaltend / stielige Nuancen / robust / kernig / etwas harsches Tannin / 15,5

Château Capbern – Reife Frucht / Schwarzkirsche / reifes Tannin / mittlerer Körper / ausgewogen / besitzt Frische / gute Länge / 15,5

La Dame de Montrose – 55% Cabernet Sauvignon, 41% Merlot / reife Waldbeeren / neues Holz / ausgewogen / gute Substanz / leicht trockenes Tannin / 15,5

Château Tronquoy-Lalande – 55% Merlot / 37% Cabernet Sauvignon / konzentrierte Nase / reif / saftige Frucht / etwas harsches Tannin / mittlere Länge / 15,0

Le Marquis de Calon-Ségur – Etwas verwaschene Nase / rote Früchte / ausgewogen / unkompliziert / charmant / 15,0-

Château de Pez – 51% Merlot, 44% Merlot / Cassis / kernig / holzgeprägt / lacks elegance / 14,5

 

HAUT-MÉDOC / MÉDOC / MOULIS / LISTRAC

Château Cantemerle -59% Cabernet Sauvignon / reichhaltige Frucht / Schokolade / dicht / kraftvoll / fehlt etwas die Leichtigkeit / gute Länge / 16,5

Château Poujeaux - 50% Cabernet Sauvignon / 42% Merlot / Schwarzkirsche / zurückhaltend / fest / kernig / viel Holz / fleischig / robust / 16,0

Chasse Spleen - 50% Cabernet Sauvignon / 42% Merlot, 5% Petit Verdot, 3% Cabernet Franc / pure / Amarena / guter Extrakt / robust / leicht trockenes Tannin / 15,5

Château La Lagune – 60% Cabernet Sauvignon / 35% Merlot / 5% Petit Verdot / konzentriert / viel Holz / wenig Finesse / austrocknendes Finale / 15,5-

Châtetau Potensac – 45% Merlot / 38% Cabernet Sauvignon / 17% Cabernet Franc / Rote Früchte / frisch / saftig / weiche Textur, die das etwas robustes Tannin gut verpackt / 15,0

Château Coufran – Schwarzkirsche / Cassis / reichhaltig / robustes Tannin / mittlere Länge / 15,0

Goulée (Cos) – 77% Merlot / 19% Cabernet Sauvignon / reife rote Frucht / geschmeidig / saftige Frucht / fruit-driven style / bricht am Ende etwas ab / 15,0

Château Citran - Konzentrierte Frucht / kraftvoll / etwas trockenes Tannin / viel Holz / etwas stumpf / 15,0-

Chapelle de Potensac - 71% Merlot / 23% Cabernet Sauvignon / pure / floral / ausgewogen / besitzt Charme / 14,5+

Château Ducluzeau – Rote Früchte / saftig / unkompliziert / charmant / 14,5

Meine Mitstreiter des Primeur-Marathons: Guido Walter & Dirk Behrens

Meine Mitstreiter des Primeur-Marathons: Guido Walter & Dirk Behrens

Bordeaux 2011

Ein Jahrgang in der jüngeren Bordeaux-Geschichte mit vielen Herausforderungen – sowohl klimatisch als auch kommerziell. Nach einer heissen und trockenen Phase, die mit wenigen Unterbrechungen bis Mitte Juli anhielt, drehte sich das Wetter im Sommer abrupt. Die Temperaturen stürzten in den Keller, begleitet von heftigen Regenfällen. Zu Beginn war der Regen aufgrund der langen Trockenperiode willkommen – bald jedoch verfinsterten sich die Mienen der Winzer. Der August blieb kalt und feucht, dazu gesellte sich Anfang September erneut viel Niederschlag, im nördlichen Médoc teilweise als Hagel. Wer es schaffte, über diese Phase zu kommen, kam in den Genuss eines sonnigen Herbstes, in dem die Trauben schließlich doch noch ausreifen konnten. Châteaux mit ungünstigen Terroirs oder fehlender Präzision im Weinbergsmanagement waren jedoch aufgrund der beginnenden Fäulnisgefahr gezwungen vor der optimalen Reife zu lesen. Neben gedämpften qualitativen Erwartungen wurden auch die Mengenprognosen nicht erfüllt. Aufgrund des trockenen Wetters im ersten Teil des Sommers waren die Beeren klein und hatten wenig Saft. Im Umkehrschluss resultierten daraus Weine mit tiefer Farbe und viel Tannin. Wer zu intensiv während der Vergärung extrahierte, riskierte harte und unbalancierte Weine. Der Extrakt anderer Jahrgänge wie beispielsweise 2010 war schlichtweg nicht vorhanden. Der Schlüssel zum 2011er ist im Endergebnis eher Frucht und Ausgewogenheit statt zuviel Struktur und Power. Nach den beiden Super-Jahrgängen 09 und 10 folgte dann auch die Ernücherung am Markt. Der Verkauf en primeur war nur noch ein Schatten vergangener erfolgreicher Kampagnen, was aber neben eher mäßigen Bewertungen auch an viel zu hohen Preisen lag.

Das Claret Tasting am Institute of Masters of Wine Ende des letzten Jahres war die perfekte Gelegenheit, mit etwas zeitlichen Abstand die Weine neu bewerten und zu schauen, ob vielleicht aus heutiger Perspektive ein Value-Jahrgang im Keller liegt. Um es vorweg zu nehmen: viele Weine zeigten auf nachhaltige Weise die Probleme des beschriebenen Witterungsverlaufes. Unreife Frucht, spitzes Tannin, unbalanciert oder fehlender Extrakt waren häufige Begleiter in meinen Tasting notes. Wirkliche Kaufempfehlungen gibt es kaum, zumal mit dem 2012er ein qualitativ wesentlich interessanterer Jahrgang bei gleichen Preisen am Markt zur Verfügung steht. Grandios waren dafür einige der verkosteten 2011er Sauternes und Barsac, angeführt von einem wirklich himmlichen Yquem. Nachstehend meine 2011er Favoriten – ein Blick auf die Weine zeigt, das Pauillac ein heisser Anwärter auf den Appellationssieg ist.

Left Bank

Pontet-Canet – sehr fokussiert / aromatische Tiefe / strukturiert / viel Frische / lang / 17,5++

Mouton-Rothschild – verschlossen / viel neues Holz / fleischig / kompakt / gute Substanz / 17,5+

Haut-Brion – sehr präzise gearbeitet / feinkörniges Tannin / lang / 17,5

Pichon-Comtesse – komplexe Nase / ätherische Nuancen / viel Frische / gute Länge / 17,0+

Lafite-Rothschild – moderat reife Frucht / minty touch / eleganter Style / mittlere Länge / 17,0

Pichon-Baron – knackige Frucht / reifes Tannin / sehr gut balanciert / 17,0

Leoville-Barton – im Moment sehr holzgeprägt / fest / gute Struktur und mittlere Länge / 17,0

Grand-Puy Lacoste – zurückhaltend / viel Grip am Gaumen / strukturiert / gutes Entwicklungspotential / 17,0

Lynch Bages – aromatische dunkle Frucht / balsamischer Touch / poliertes Tannin / 17,0

Calon-Segur – spicy / auf den Punkt reife Frucht / feinkörniges Tannin / mittlere Länge / 16,5

Margaux – zurückhaltende Nase / mittelgewichtig / zeigt gute Anlagen, aber momentan schwierig zu beurteilen / (16,5 -17,0)

Right Bank*

Cheval Blanc – Fast schlank / fein ziselierte Frucht / von viel Frische getragenes Finale / 17,0+

La Conseillante – feinduftige Nase / balanciertes Holz / geschliffenes Tannin / mittlere Länge / 16,5+

Sauternes & Barsac

Yquem – pure / konzentrierte aber unwahrscheinlich feine Frucht / seidige Textur / perfekte Balance zwischen Süsse, Säure und Extrakt / sehr lang / Stoff zum Träumen und für die Ewigkeit / 19,0+

Doisy-Daene – Grapefruit / fokussiert / weiche Textur / vibrierend / eleganter Style / 18,0

Climens – sehr holzgeprägt in in diesem Stadium / etwas vordergründige Süsse / im Finale dann viel Frische und Extrakt / braucht definitiv Zeit / (17,5)

*Tasting ohne Latour und Ausone sowie die Top Estates aus Pomerol

Turbulenter Wochenauftakt in der Primeur Kampagne 2012

Nachdem Lafite schon am Freitag erwartet wurde, war es dann heute morgen soweit:  mit 340 EUR deutlich unter 2011 (420 EUR) aber noch deutlicher über 2008 (130 EUR). Wenig später folgten mit L ‘Evangile und Duhart Milon weitere Weine der Domaines de Rothschild. L ‘Evangile kostet mit 100 EUR exakt soviel wie in 2011, Duhart Milon nahm mit -7% einen kleinen Abschlag vor. Bei L ‘Evangile kann man die Preisfindung angesichts hoher Bewertungen vielleicht noch nachvollziehen, bei einem nur durchschnittlichen Durhart allerdings nicht mehr – eine Kaufempfehlung ist das nicht. Im Schatten der Rotschilds erschienen heute noch rd. zehn weitere Weine, wobei Sociando Mallet (19.20 EUR, -6% 2011) und Ferriere aus Margaux (18.00 EUR) zu den bekannteren Chateaux gehörten.