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Bordeaux 2010: Nachlese

Donnerstag, 14. Juli 2011 0:07

Seit rd. zwei Wochen ist der Rummel um die Subskription des 2010er vorüber. Wie im Vorjahr war es eine extrem lange Kampagne, die sich über fast drei Monate hinzog. Die Top-Châteaux haben durchschnittlich um rd. 15 % ihre Preise gegenüber dem 2009er erhöht, der damit nur kurzfristig der bisher teuerste Subskriptionsjahrgang war. In der Spitze legten einige Weine um als 50% zu, Abschläge wie bei Leoville las Cases (trotz hoher Bewertungen, u.a. 95-98 P. bei Parker und Wine Spectator) waren eher die Ausnahme. Fakt ist, das trotz des Asien-Hypes die Kampagne nur schleppend voran ging und nach wie vor die meisten Weine in Bordeaux zu haben sind, was ein Blick in die aktuellen Listen einiger Negociants beweist. Nur wenige Châteaux wie Lafite-Rothschild (1. Tranche 600 €, aktuell 1.100 €) , Pontet Canet und Latour haben eine zweite oder dritte Tranche zu höheren Preisen im Markt plazieren können bzw. diese auch wirklich verkaufen können. Immer mehr zeigt sich, das die Subskription ihren Sinn verliert: Weine zu einem günstigeren Preis kaufen zu können als zwei Jahre später, wenn die Weine auch physisch am Markt erscheinen. Die 2009er dümpeln derzeit am Markt dahin, bis auf wenige Ausnahmen wie wieder einmal Lafite, die Zweitweine der Premiers oder Pontet Canet,  der neue Star der Left Bank.  Nur ein hoffnungsloser Optimist wird darauf hoffen, dass sich das bis zum kommenden Frühjahr drastisch ändern wird. Für eine Kiste des 2010er Cheval Blanc kann man aktuell 3 Kisten des 2001er kaufen bzw. ist mit Ausnahme des 1990ers jeder Jahrgang der letzten beiden Jahrzehnte günstiger am Sekundärmarkt zu haben. Vielleicht hofft man in Bordeaux, das man außerhalb der Mauern des Fine Wine Gral nicht rechnen kann oder sich mit Jubelgesängen über den erneuten “Jahrhundertjahrgang” dazu hinreißen lässt, diese astronomischen Preise zu zahlen. In den USA – einer Märkte, in den man nach der Krise gewisse Hoffnungen gesetzt hat – war das Echo jedenfalls eher verhalten. Langfristig dient der 2010er wohl eher dazu, dass Vertrauen in Bordeaux und sein Subskriptionssystem noch mehr zu unterminieren und den Ast abzusägen, auf dem sitzt.

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Bordeaux 2010

Dienstag, 28. Juni 2011 19:27

Mit Mouton-Rothschild erschien heute morgen der nächste Premier Cru in der aktuellen Kampagne. Wenig überraschend, das die Vorgabe von Margaux am Vortag exakt eingehalten wurde: 600 € für den Grand Vin und 108 € für den Le Petit Mouton. Berichten des Decanter zufolge, wurden vom Grand Vin 35% in der ersten Tranche zugeteilt. Weitere wichtige Werte des heutigen Tages waren La Conseillante, Palmer, Vieux Chateau Certan und Troplong Mondot. Bis auf Palmer (gleicher Preis wie 2009: 215 €) bewegten sich die Aufschläge für die anderen Weine zwischen 8 – 15%. Morgen dürften sich dann auch die anderen Premiers aus der Deckung wagen und die Kampagne damit auf ihren Höhepunkt zusteuern.

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Bordeaux 2010 – Final week?

Montag, 27. Juni 2011 19:37

Nach der durch die VINEXPO bedingte Pause in der letzten Woche ging es heute mit Vollgas weiter: Früh am Morgen Cos d`Estournel (198 €) gefolgt von Clerc-Milon (48 €) und Ducru Beaucaillou (150 €). Hit des Tages war jedoch die Release des ersten Premier Cru: Château Margaux und das Zweitgewächs Pavillon Rouge. Ersterer kam in der ersten Tranche zu 600 € (+9,1% zu 2009) auf den Markt. Pavillon Rouge kostete 108 € ex Place de Bordeaux (50 € in 2009). Beide Weine wurden vom Markt regelrecht adsorbiert, trotz der gewaltigen Steigerung für den Pavillon Rouge. Schleppend – trotz Preisreduzierung – der Verkauf von Cos ( 198 € = -5,7% zu 09) – der Preis für den 2010er ist immer noch höher als die derzeitigen Handelspreise der physisch verfügbaren Jahrgänge.

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Bordeaux 2010: Aufmarsch der Giganten

Mittwoch, 15. Juni 2011 22:03

Großes Showdown nach Pfingsten: Lynch-Bages, Pichon Baron, Smith Haut Lafitte, Pape Clement, Clinet, Leoville-Barton, Grand-Puy Lacoste, Montrose, Branaire Ducru sowie eine ganze Reihe an Zweitweinen wie Clos du Marquis (Leoville las Cases) oder Reserve de la Comtesse (Pichon Comtesse). Preismäßig ging es teilweise steil nach oben – heutiger Spitzenreiter Pichon Baron mit +47% (132 € gegenüber 90 € für den 09er) – gestern war es Smith Haut Lafitte mit +48% (77 € vs. 52 €). Dahinter Lynch Bages (+39% macht 100 € – gleicher Preis wie Pontet Canet) und Montrose mit + 22% (132 €). Güter wie Leoville Barton mit +15% oder Branaire Ducru mit + 12% waren etwas bescheidener. Montrose lancierte heute nachmittag schon eine zweite Tranche für 145 €. Uneinheitlich auch die Nachfrage: Leoville Barton, GPL und Lynch Bages waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft;  bei anderen Werten ging es schon wesentlich schleppender voran. Aus der Gerüchteküche war zu vernehmen, das am späten Nachmittag auch Carruades de Lafite und Duhart-Milon – zwei der stärksten Brands im letzten Jahr – releast werden, was sich jedoch später als Ente erwies. Möglich, dass morgen auch die ersten Premiers sowie die Super-Seconds wie Palmer oder Leoville las Cases am Markt erscheinen.
Hinweis: Alle Preise ex Place de Bordeaux – die Endverbraucherpreise werden incl. Mehrwertsteuer rund ein Drittel höher liegen.

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Bordeaux 2010: Die Dämme brechen

Donnerstag, 9. Juni 2011 18:51

In den letzten Tagen munteres Treiben im Bordeaux-Zirkus. Nach Gruaud-Larose und Pontet-Cantet folgten weitere namhafte Güter der Left Bank. Das Beispiel Pontet-Canet hat Schule gemacht: Preisaufschläge von +15% bis +30% sind keine Seltenheit mehr, u.a. Durfort-Vivens, Leoville-Poyferre, Giscours. Offenbar ist man in der Top-Liga in Bordeaux entgültig bereit, angestammte Primeur-Märkte zu verlieren und setzt voll auf den China-Effekt. Die richtige Entscheidung? Das werden die nächsten Jahre bringen – auch in China beherrscht man die Mathematik und wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Ob die Chateaux in der zweiten und dritten Reihe von diesem Preissprung profitieren, lässt sich momentan schwer abschätzen – bis auf wenige Ausnahmen läuft der Verkauf für die 2010er bisher eher schleppend.

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