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Bordeaux 2010

Presentation of the Union des Grands Crus de Bordeaux, 25.03.13, Düsseldorf.

Dry white wines

Carbonnieux – slightly dump / lean / racy acid / medium length / 2014 – 2020 / 15,0

Domaine de Chevalier – pure / complex / fine oak / great structure / precise / long / 2016 – 2030 / 18,5+

Fieuzal – intense citrus flavours / subtle toasty notes / medium body / creamy texture / lacks focus / 2014 – 2020 / 16,0

Pape Clement – pure / intense / toasty oak / fleshy / creamy texture / opulent style / sweet finish / 2015 – 2025 / 17,0

Smith Haut-Lafitte – reductive notes / lean / hollow  / disappointing / bottle variation?

Red wines

Haut-Bailly – focused / medium plus body / fine-grained tannins / structured / elegant / good length / 2020 – 2035 / 18,0

Pape-Clement – sweet fruit / intense new oak / full body / dense / blockbuster style / long / lacks finesse / 2018 – 2035 / 17,5+

Smith Haut-Lafitte – restrained / medium plus body / oaky tannins / robust / difficult at this stage / 2025 – 2040 / (17,0)

Domaine de Chevalier -  crushed cranberries / structured / good freshness and grip / long / fine / 2020 – 2040 / 18,0

Beau-Sejour Becot – ripe cherry flavours / rich / fullish / lacks elegance / medium length / 2017 – 2030 / 16,0

Canon – black fruits / chocolate notes / concentrated /  fleshy / slightly burning finish / 2018 – 2032 / 17,0

Canon la Gaffeliere – forward / ripe cherry / rich / powerful / lacks a bit freshness / medium length / 2017 – 2030 / 17,5

Figeac – black berries / animal touch / medium body / astringent yet balanced tannins / good length / 2018 – 2032 / 17,0

Gazin – restrained / medium body / lacks concentration and focus / medium length / 2016 – 2025 / 16,5

La Conseillante – attractive nose / sweet red fruits / good balance / textured / persistent length / 2020 – 2035 / 17,5+

Petit Village – oaky / chocolate / concentrated / lacks elegance / medium length / 2018 – 2030 / 17,0

Cantemerle – ripe red berries / floral touch / medium body / balanced / shows freshness / medium length / 2018 – 2030 / 17,0

Brane Cantenac – dark cherry / perfect ripeness / medium plus body /  well structured / long / fine / 2020 – 2035 ? 17,5++

Cantenac Brown – sweet cherry / red fruits / balanced oak / medium concentration / warm finish / 2017 – 2028 / 16,5

Giscours – pure / black fruits / integrated oak / precise / great freshness and balance / long / very fine Giscours / 2020 – 2035 / 18,0

du Tertre – sweet red fruits / soft texture / elegant / good appellation style / medium length / 2018 – 2030 / 17,0

Kirwan – slightly overripe notes / sweet / soft / lacks structure / 2015 – 2025 / 16,0

Prieure Lichine – black fruits / medium concentration / hollow / lacks concentration / short / 15,5 / 2016 – 2025

Rauzan Segla – fresh red berries / pure / focused / very good concentration, freshness and balance / elegant / long / very fine / 18,0 / 2020 – 2038

Ferriere – sweet cherry flavours / medium body / integrated oak / charming / easy drinking style / medium length / 2016 – 2028 / 16,5

Branaire Ducru – dark cherry / intense oak / medium body / silky texture / elegant / 2020 – 2032 / 17,5

Gruaud Larose – blackcurrant / earthy notes / herbal touch / intense grip / powerful tannins / dense / long / masculine style / needs time / 2025 – 2040 / 18,0

Lagrange – restrained / sweet cherry / soft texture / well made but lacks energy and excitement / medium length / 2020 – 2030 / 17,0

Léoville-Barton – restrained / blackcurrant / well balanced oak / shows focus and precision / long / great potential / classy / 2025 – 2050 / 19,0

Langoa Barton – sweet red fruit flavours / medium body / forward / textured / good balance and length / 2018 – 2030 / 17,0+

Léoville Poyferré - black fruits / floral touch / medium plus body / luscious / rich texture / very good balance / long / very fine / 2020 – 2045 / 18,0+

Saint Pierre – pure / cassis / perfect ripeness / structured / great freshness / long / very fine / 2020 – 240 / 18,0

Talbot – black cherry / slightly overripe impression / forward / concentrated / burning / robust tannins / 2020 – 2035 / 17,0

Haut-Bages Liberal – pure / spicy / medium plus body / shows focus, integration and medium length / good value / 2018 – 2032 / 17,0

Clerc Milon – restrained / medium plus body / new oak / simple structure / without finesse and energy / disappointing / 2018 – 2030 / 16,0

D’ Armailhac – sweet red berries / soft / charming but without depth and finesse / more New World style rather than Pauillac / 2016 – 2028 / 16,0

Batailley – earthy notes / structured / fresh / grippy tannins / classic style / good length / 2020 – 2035 / 17,0+

Pichon Comtesse – pure / focused / very good structure / refined / long / very fine / 2020 – 2040 / 18,5

Lynch Bages – blackcurrant / spicy touch / firm backbone / structured / grippy yet balanced tannins / great potential / 2022 – 2045 / 18,5

Sweet wines

Doisy Daëne – fresh citrus fruit and sweet vanilla flavours / pure / medium body / great freshness / polished / long / 2015 – 2035 / 17,5++

Guiraud – intense honey notes / rich / opulent / a bit clumsy / medium length / 2015 – 2030 / 16,5

Suduiraut – pure nose / exotic fruit / toasty touch / powerful / creamy / balanced / good depth and length / 2018 – 2035 / 17,5

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Vergleich: Bordeaux 2009 und 2010

In diesen Tagen wird mit 2010 der zweite große Jahrgang in Folge ausgeliefert. Nach Parkers Neubewertung vor zwei Wochen ist das Interesse am aktuellen Jahrgang riesig – das Fine Wine Portal Liv-ex verzeichnet ein sprunghaft gestiegenes Handelsvolumen für den 2010er, der mit derzeit 13% Anteil nur knapp hinter dem 2009er liegt. Die beiden Jahrgänge stilistisch zu vergleichen ist wie die Wahl zwischen Barock und Romanik. 2009, das ist Fülle, Reichhaltigkeit und seidenweiches Tannin – viele Weine sind schon jung gut zu trinken.  2010 dagegen präsentiert sich strukturiert und asketisch. Einer der tanninreichsten Jahrgänge in der Geschichte Bordeaux’s wird unsere Geduld auf eine harte Probe stellen und seine volle Schönheit erst in vielen Jahren zeigen.

Der Wetterverlauf

Beide Jahrgänge sind ein Spiegelbild der Wetterbedingungen. Perfekte Reifebedingungen im Sommer 2009 resultierten in einer gemächlichen und gleichmäßigen Reife der Trauben. Ein perfekter Herbst sorgte für zusätzliche Konzentration und Fülle. Aufgrund der super Bedingungen im Herbst waren manche Châteaux der Versuchung erlegen, die Lese zu weit hinaus zu zögern. Die Folge: Alkoholwerte, wie man sie bisher selten in Bordeaux gesehen hat. Reife war nicht das Problem in 2009 – die Herausforderung bestand darin, Eleganz und Frische in die Weine zu zaubern.

Die 2010er mit ihrer maskulinen Struktur und Bootsladungen voller Tannin zeigen hingegen ganz klar die Extreme eines heißen und trockenen Sommers, der zu massiver Dehydration in den Trauben führte. Zum Glück gab es dann im August und im September kühlere Temperaturen. Dies resultierte in höheren Säurewerten und ergab damit trotz der enormen Konzentration die Grundlage für balancierte und ausgewogene Weine.

Die Appellationen

Die Unterschiede der beiden Jahrgänge sind erstaunlich konsistent über alle Appellationen, wobei die Unterschiede in Cabernet-dominierten Appellationen der Left Bank geringer sind als in der Right Bank. Einige Weine aus St-Emilion lassen in 2009 die erwähnte Frische und Balance vermissen und kommen eher behäbig und schwerfällig daher. Die nördlichen Appellationen wie St-Estèphe, Pauillac oder St-Julien gehören zu den Gewinnern in beiden Jahrgängen – qualitativ fallen die Unterscheide eher gering aus. Die südlichen Médoc-Appellationen sowie Péssac-Léognan zeigen größere Divergenzen und es ist derzeit weniger klar ersichtlich, welches der größere Jahrgang ist.

Für weißen Bordeaux ist 2010 der klare Gewinner. Die besten Weine zeigen atemberaubende Präzision, Frische und vibrante Frucht – einer der absoluten Topweine, der genau das umsetzt ist Domaine de Chevalier blanc. Dagegen zeigen die Süßwein-Appellationen Sauternes und Barsac in 2009 mehr Komplexität und Dichte.

Neue Stars

Unbestrittener neuer Star in Bordeaux ist Château Pontet-Canet in Pauillac. Seit 1994 hat Alfred Tesseron das Weingut mit einem großartigen Terroir direkt neben Mouton-Rothschild aus dem Dornröschenschlaf geweckt und an die Spitze Bordeaux´s geführt. Krönung der Performance sind sowohl 2009 und 2010, die auf einer Stufe mit den ganz großen Namen in Bordeaux stehen. Léoville-Poyferré hat ebenfalls wieder zu alten Höhen gefunden und in 2009 eine der künftigen Legenden dieses Weinguts produziert. Neben den Prestige-Appellationen zeigen aber mittlerweile auch die Underdogs wie Fronsac oder Côtes de Castillon auf breiter Front, dass sie in Punkto Qualität mehr als mithalten können. Château Moulin-Haut Laroque aus Fronsac steht stellvertretend für diese Châteaux.

Die Preise

Der 2009er war bis dato der teuerste Subskriptionsjahrgang und wurde dann schon nur ein Jahr später vom 2010er getoppt. Die Preise der Elite-Châteaux lagen durchschnittlich um 15% höher im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell liegen die Preise für 2009 ja nach Bewertung auf oder über dem Niveau der ebenfalls sehr guten Jahrgänge 2000 oder 2005. Die derzeitigen Preise der 2010er bewegen sich nur geringfügig über den Preisen der Subskriptionskampagne  – Ausnahmen sind Mitglieder des 100 Punkte Clubs wie Pontet Canet, Pape Clement oder Le Dôme. Dies alles trifft natürlich nur für die Top-Châteaux zu – bei den meisten kleineren Weingütern gab es in den letzten Jahren nur geringfügige oder überhaupt keine Preissteigerungen, da diese am Markt schlichtweg nicht durchsetzbar waren. Dieses große Feld der Petits Châteaux ist ein Eldorado für Schatzsucher mit sehr guten Value Weinen.

Der bessere Jahrgang

Beide Jahrgänge folgen der Definition eines großen Jahrgangs. Es ist einer Frage der persönlichen Präferenz: kaufen und trinken oder kaufen und lagern. Die 2009er mit ihrer betörenden und sinnlichen Frucht sind im wörtlichen Sinne unwiderstehlich. Die 2010er tendieren eher zum klassischen Bordeaux mit Weinen, auf die man warten muss. Möglicherweise gibt das in 10 oder 15 Jahren den Ausschlag und der 2010er wird sich als der größere Jahrgang dieses faszinierenden Zwillings erweißen.

Eines gemeinsam haben beide Jahrgänge: Verallgemeinernde Aussagen über die Qualität eines Jahrgangs haben längst ihren Sinn verloren. Einmal mehr wird deutlich, dass der Mensch und Winzer das entscheidende Zünglein an der Waage ist. Auch in Top-Jahrgängen geht die Qualitätsschere weit auseinander und zeigt, wer wirklich den individuellen Charakter eines Jahrgangs versteht und entsprechend im Glas umsetzen kann. Wer das Potential der beiden Jahrgänge nutzte, produzierte Weine, die den Hang zum Außerirdischen haben und wie ein großes Musikstück für einen Moment atemlos machen.

Empfehlungen bis ca. 50 €

2009: Haut-Bages Liberal (Pauillac), Lalande (St-Julien), Moulin-Haut Laroque (Fronsac), Poujeaux (Moulis), Saintayme (St-Emilion), Phélan-Segur (St-Estèphe), Lagrange (St-Julien)

2010: Clos Floridene blanc (Graves), Carbonnieux blanc (Péssac-Léognan), Ferrière (Margaux), Les Ormes-de-Pez (St-Estèphe), Potensac (Médoc), Senéjac (Médoc), Sociando-Mallet (Haut-Médoc), Cantemerle (Haut-Médoc)

Bordeaux 2010: Nachlese

Seit rd. zwei Wochen ist der Rummel um die Subskription des 2010er vorüber. Wie im Vorjahr war es eine extrem lange Kampagne, die sich über fast drei Monate hinzog. Die Top-Châteaux haben durchschnittlich um rd. 15 % ihre Preise gegenüber dem 2009er erhöht, der damit nur kurzfristig der bisher teuerste Subskriptionsjahrgang war. In der Spitze legten einige Weine um als 50% zu, Abschläge wie bei Leoville las Cases (trotz hoher Bewertungen, u.a. 95-98 P. bei Parker und Wine Spectator) waren eher die Ausnahme. Fakt ist, das trotz des Asien-Hypes die Kampagne nur schleppend voran ging und nach wie vor die meisten Weine in Bordeaux zu haben sind, was ein Blick in die aktuellen Listen einiger Negociants beweist. Nur wenige Châteaux wie Lafite-Rothschild (1. Tranche 600 €, aktuell 1.100 €) , Pontet Canet und Latour haben eine zweite oder dritte Tranche zu höheren Preisen im Markt plazieren können bzw. diese auch wirklich verkaufen können. Immer mehr zeigt sich, das die Subskription ihren Sinn verliert: Weine zu einem günstigeren Preis kaufen zu können als zwei Jahre später, wenn die Weine auch physisch am Markt erscheinen. Die 2009er dümpeln derzeit am Markt dahin, bis auf wenige Ausnahmen wie wieder einmal Lafite, die Zweitweine der Premiers oder Pontet Canet,  der neue Star der Left Bank.  Nur ein hoffnungsloser Optimist wird darauf hoffen, dass sich das bis zum kommenden Frühjahr drastisch ändern wird. Für eine Kiste des 2010er Cheval Blanc kann man aktuell 3 Kisten des 2001er kaufen bzw. ist mit Ausnahme des 1990ers jeder Jahrgang der letzten beiden Jahrzehnte günstiger am Sekundärmarkt zu haben. Vielleicht hofft man in Bordeaux, das man außerhalb der Mauern des Fine Wine Gral nicht rechnen kann oder sich mit Jubelgesängen über den erneuten “Jahrhundertjahrgang” dazu hinreißen lässt, diese astronomischen Preise zu zahlen. In den USA – einer Märkte, in den man nach der Krise gewisse Hoffnungen gesetzt hat – war das Echo jedenfalls eher verhalten. Langfristig dient der 2010er wohl eher dazu, dass Vertrauen in Bordeaux und sein Subskriptionssystem noch mehr zu unterminieren und den Ast abzusägen, auf dem sitzt.

Bordeaux 2010

Mit Mouton-Rothschild erschien heute morgen der nächste Premier Cru in der aktuellen Kampagne. Wenig überraschend, das die Vorgabe von Margaux am Vortag exakt eingehalten wurde: 600 € für den Grand Vin und 108 € für den Le Petit Mouton. Berichten des Decanter zufolge, wurden vom Grand Vin 35% in der ersten Tranche zugeteilt. Weitere wichtige Werte des heutigen Tages waren La Conseillante, Palmer, Vieux Chateau Certan und Troplong Mondot. Bis auf Palmer (gleicher Preis wie 2009: 215 €) bewegten sich die Aufschläge für die anderen Weine zwischen 8 – 15%. Morgen dürften sich dann auch die anderen Premiers aus der Deckung wagen und die Kampagne damit auf ihren Höhepunkt zusteuern.

Bordeaux 2010 – Final week?

Nach der durch die VINEXPO bedingte Pause in der letzten Woche ging es heute mit Vollgas weiter: Früh am Morgen Cos d`Estournel (198 €) gefolgt von Clerc-Milon (48 €) und Ducru Beaucaillou (150 €). Hit des Tages war jedoch die Release des ersten Premier Cru: Château Margaux und das Zweitgewächs Pavillon Rouge. Ersterer kam in der ersten Tranche zu 600 € (+9,1% zu 2009) auf den Markt. Pavillon Rouge kostete 108 € ex Place de Bordeaux (50 € in 2009). Beide Weine wurden vom Markt regelrecht adsorbiert, trotz der gewaltigen Steigerung für den Pavillon Rouge. Schleppend – trotz Preisreduzierung – der Verkauf von Cos ( 198 € = -5,7% zu 09) – der Preis für den 2010er ist immer noch höher als die derzeitigen Handelspreise der physisch verfügbaren Jahrgänge.