Schlagwort-Archiv: Châteauneuf du Pape

châteauneuf du pape am 31.01.14

Château de Beaucastel blanc 2012 – expressive Nase / Kräuter / Quitte / florale Nuancen / weiche Textur / zeigt trotz der Fülle viel Frische und Nervigkeit / balanciert / langes Finale mit mineralischem Kick / jetzt bis 2020 / 17,5+

Château de Beaucastel Vieilles Vignes blanc 2003 – 100 % Rousanne / mittleres Bernstein / entwickelte Nase / kandierte Frucht / Brot / Orangenschale / opulenter  Style / moderate Säure / Alc 14,0 % / cremige Textur / mittleres, von leichter Süße und Karamellnoten getragenes Finale / bis 2025 / 17,0

Château de Beaucastel rouge 1986 – ausgereift / Würze / Wild / Leder / mittlerer Körper / Alc. 13,0 % / festes Rückgrat / lebendig / gute Länge / jetzt bis 2018 / 17,0

Château Mont-Redon 1978 – großer Jahrgang in der südlichen Rhône / medizinale Noten / Leder / Lorbeer / legt im Glas deutlich zu / füllig / maskuliner Style / kerniges Tannin / mittlere Länge / hält sich / 17,0

Domaine de la Janasse, Chaupin 1995 – 100% Grenache / warme Aromatik / Kompott / Rotes Fruchtchutney / oppulent / viel Schmelz / barock / vermisst Frische und Energie / jetzt trinken / 16,5

Domaine du Pegau, Cuvée Reservée 2000 – konzentrierte Frucht / Kirsche / pflaumige Nuancen / Kompott / dicht / füllig / viel Textur / balanciertes Tannin / anhaltend / jetzt bis 2025 / 17,5+

Henri Bonneau, Marie Beurier 2005 – fokussierte Nase / Lorbeer / dunkle Frucht / ätherische Nuancen / packend / strukturiert / viel Energie und Frische / lang / beeindruckender Wein – ohne Frage auf dem Niveau der Reserve des Celestins / jetzt bis 2030 / 18,5+

Henri Bonneau, Reserve de Celestins 2006 – komplex / Kompott / Feuerwerk an Aromen / kraftvoll / fester Kern / geschliffenes Tannin / lang / jetzt bis 2030 / 18,5

CNDP

Master Class Rhône 27.04.12

Weinliste der Master Class Rhône am 27.04.12, LA VINOTHEQUE in Lichtenwalde:

Guigal, Hermitage Blanc 2005: developed golden colour / complex nose / herbs / quince / nutty / full body / creamy texture / Alc 13,0 / fresh acid / very good balance and depth / potential for further development / now – 2020 / 17,0+

Jaboulet-Ainé, La Chapelle 1994, Hermitage: medium plummy red / evolved nose / spicy / gamay / light green notes / medium body / muscular tannins / sturdy / lacks concentration and length / good / now – 2018 / 16,5

Domaine de Remizieres, Cuvée Emilie 2001, Hermitage: deep colour / concentrated nose / spicy / liquorice / plummy / powerful / intense / ripe tannins / alc 13,5 / persistent length / now – 2022 / 17,5

Gangloff, St-Joseph 2009: deep colour / pure  / perfumed / floral aromatics / medium body / elegant style / silky tannins / very good St-Joseph / now – 2018 / 16,5

Gangloff, La Barbarine 2009, Côte Rôtie: deep colour / focused nose / fine oaky notes / medium plus body / alc 13,5 / elegant tannins / shows great finesse / good freshness / lingering length / 2015 – 2025 / 17,5+

Domaine Alain Voge, Vieilles Vignes 2005, Cornas: deep undeveloped color / violet fruits / mineral touch / firm backbone / marked tannins / great precision and freshness / now – 2020 / 17,0

Henri Bonneau, Châteauneuf du Pape 2006: developed colour and nose / spicy / herbal / light almonds notes  / leather / medium plus body / structured  / balanced alcohol / very good freshness / medium length / now – 2020 / 17,5

Château de Baucastel 2007, Châteauneuf du Pape: undeveloped colour / ripe nose / sweet cherry / prune / full body / rich textured / soft / low acid / sweet long finish / needs time for developing more complexity / 2015 – 2028 / 18,0

Classic style: Henri Bonneau, Châtauneuf du Pape

 

Einzigartig: Henri Bonneau, Châteauneuf du Pape

Henri Bonneau gehört zu den großen Winzerpersönlichkeiten Frankreichs. Einen Termin bei ihm zu bekommen ist schwer und langwierig – nur wenigen gelang es bisher, in sein Kellerreich vorzudringen. Mythen ranken sich um ihn und und seine Weine, deren Verteilung bis vor einigen Jahren höchst subjektiv erfolgte. Ein Mittelsmann holt uns im Café la Mule du Pape im Herzen von Châteauneuf du Pape ab und führt uns durch alte Gassen zum Haus von Bonneau. Herzlich ist der Empfang und von Beginn an entwickelt sich eine ungezwungene Atmosphäre. Nach einer kurzen Phase des Kennenlernes geht es treppab in die verborgene Welt des Henri Bonneau. Gezieltes Marketing und gestylte Verkostungsräume sind ihm genauso suspekt und fremd wie das Einmaleins der modernen Önologie mit all ihren Hilfsmitteln, Pülverchen und Zusätzen – schon nach wenigen Minuten wird klar: Henri Bonneau ist die letzte Bastion des traditionellen Châteauneuf du Pape. Die museumsreifen Keller sind zum Teil aus dem 17. Jahrhundert und schockieren die Jünger des cleanen Winemaking.  Dicke Flusen hängen von der Decke, alte Emailletanks, Barriquefässer, von denen bestimmt keines jünger als 10 Jahre ist. Jeder erwartet angesichts dessen defekte und unsaubere Weine. Henri Bonneau beweist einmal mehr, das verschiedene Wege zum Ziel führen. Alle Fassproben bestechen durch Tiefe und eine unglaubliche Klarheit. So simpel wie der Keller ist auch die Vinifikation bei Henri Bonneau: Vergärung mit den Stielen und spontan, keine zusätzliche Maischung nach dem Ende der Gärung, Ausbau zwischen 4-6 Jahren in gebrauchten Barriques. einige auch länger. So dreht sich dann das Gespräch auch recht schnell um viele andere Dinge, u.a. um Essen und den Algerienkrieg. Sohn Marcel reicht ein um das andere Mal Fassproben aus verschiedenen Jahrgängen und den verschiedenen Cuvées. Alle Weine sind überwiegend aus Grenache sowie kleinen Prozentsätzen von Vaccarese, Cunoise und Mourvedre, aber im Grunde genommen interessiert Bonneau die genaue Zusammensetzung auch nicht. Syrah mag Henri Bonneau überhaupt nicht – für ihn gehört diese Rebsorte ausschließlich an die nördliche Rhône. Das Alter der 6 ha Weinberge beträgt 30 – 40 Jahre. Jährlich werden rd. 15.000 Flaschen produziert, die sich auf vier Weine verteilen. Einen Vin de table (der außer dem Namen nichts mit der belanglosen Tafelweinproduktion Südfrankreichs zu tun hat) sowie 3 verschiedene Châteauneuf du Pape: Henri Bonneau, Marie Beurrier und die legendäre Reserve de Célestins. Welche Barrique für welchen Wein verwendet bleibt bis kurz der Abfüllung offen und das Geheimnis von Henri, allerdings stammen die Trauben für die beiden Top-Weine überwiegend vom Zentralplateau aus der Lage La Crau. Unabhängig von Unterschieden in Komplexität, Dichte und Länge haben alle Weine eines gemeinsam: Sie besitzen Wildheit, Würze und Struktur, die so vielen aufkonzentrierten, eichenholzwürzigen Fruchtbomben aus dem Châteauneuf du Pape abgeht. Keine Schmeichler und glattgebügelte Weine, sondern Weine mit Natürlichkeit und urwüchsigem Charakter – jeder Wein erzählt seine ganz eigene Geschichte. Nach 1,5 h – die wie im Fluge vergehen – ist das Feuerwerk zu Ende: unzählige Fassproben aus 6 verschiedenen Jahrgängen liegen hinter uns. Herzliche Verabschiedung – danach geht´s zu Château Beaucastel und zurück in eine reale Weinwelt.

Henri Bonneau

Im Innenhof des Hauses und Weinguts Bonneau

Kellerimpression I

Kellerimpression 2

Marcel Bonneau

Bis zum nächsten Mal...

PS: Eine limitierte Menge an Bonneau-Weinen steht uns nach diesem Besuch zur Verfügung – bei Interesse schicken Sie mir einfach ein Mail.