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Nebbiolo aus Sachsen

Sächsischer Barolo? Auch wenn er sich natürlich so nicht nennen darf – unter der Hand wird dieser Wein aus der Schwarz´schen Manufaktur so bezeichnet. Sicherlich einer der abgefahrensten Weine, die es derzeit in Sachsen gibt. Ein Wein, der Spannung, Struktur und Finesse besitzt – wie auch die anderen Weine aus der Hand von Grit und Martin Schwarz. Und ist sehr rar: nur 100 Flaschen gibt es vom Erstlingswein der Jahrgänge 2011 und 2012. Klar kommt schnell die Frage auf: Wer braucht das, macht es Sinn in Sachsen Nebbiolo anzubauen, wo doch heute jeder von regionaler Identität redet? Nun, man muss kaum fürchten, dass es jetzt ein Nebbiolo-Invasion in Meißen & Co zu Lasten alteingesessener Rebsorten geben wird. Auf der anderen Seite ist Sachsen mit seinem großen Rebsorten-Mix im Verhältnis zu seiner kleinen Fläche sowieso Multi-Kulti. Und wir zeigen damit, das wir Sachsen doch ein weltoffenes Volk sind. Auch wenn Montags ein kleiner Teil die Welt vom Gegenteil überzeugen will…..

Martin Schwarz stellt seine Weine in der LA VINOTHEQUE in Freiberg vor

Martin Schwarz stellt seine Weine in der LA VINOTHEQUE in Freiberg vor

 

Sachsen meets Mosel 16.08.10

Gemeinsame Jahrgangspräsentation von Klaus Zimmerling und Clemens Busch in Dresden-Pillnitz. Erneut überzeugende Weine von Klaus Zimmerling im mengenmäßig katastrophalen Jahrgang 2009 – kein Müller-Thurgau, kein Traminer, Mikromengen von Weiß- und Grauburgunder. Ab dem 2009er Jahrgang verwendet Klaus Zimmerling als erster Winzer in Sachsen ausschließlich Schraubverschlüsse.  Riesling 09: zunächst verhalten / klare Frucht / weißer Pfirsich / vibrierend / saftig / dezente Restsüsse / elegant / mittlere Länge / jetzt – 2014 / 15,5.   Riesling “R” 09: noch verschlossen / reife Frucht / mittlerer Körper / balancierte Säure / zeigt am Gaumen viel Schmelz und Substanz / besitzt Potential / 2011 – 2017 / 16,5.   Riesling “A” 09: kühle Exotik / kristalline Frucht / balancierende Restsüsse / nochmal eine Stufe nachhaltiger und kraftvoller als der “R” / seidige Textur / elegant / gute Länge / 2011 – 2018 / 17,0.  Weißburgunder “A” 09: gelbe Frucht / verhalten / florale Noten / voller Körper / konzentriert / fast stoffig / Alk. 13,5 % Vol. / vom Alkohol getragener mittlerer Abgang / 2011 – 2014 / 15,0.  Grauburgunder “A” 09: unentwickelt / viel Würze / voller Körper / kraftvoll / fleshy / besser in Balance wie der WB “A” /  2011 – 2015 / 16,0+.  Spätburgunder Illusion (Blanc de Noir) 09: dezente rote Frucht / klar / mittlerer Körper / Alk. 13,5 % Vol. / saftige Frucht / extraktreich / sehr gute Balance / frisches Finish / jetzt bis 2014 / 16,0.

Clemens Busch präsentierte einen Querschnitt aus 08 und 09 – ein Großteil der 09er wird erst in den kommenden Wochen gefüllt. Stilistisch sind die Weine eigenwillig und tragen deutlich eine Handschrift: Struktur, Tiefe und Potential statt Vordergründigkeit und primäre Frucht. Die beiden 09er vom Grauen und Roten Schiefer zeigen, wieviel Zeit die Weine vom Clemens Busch brauchen: fast untrinkbar zum jetzigen Zeitpunkt, sperrig, unruhig, mit reduktiven und medizinalen Noten. Was ein Jahr Entwicklung ausmacht, demonstrieren die 08er Großen Gewächse: Marienberg GG 08: vollreife Frucht / florale Noten / pure / fest strukturiert / salzige Mineralität / kraftvoll / extraktreich / mittlere Länge / 2011 – 2017 / 16,5.  Marienberg “Rothenpfad” GG 08: reife Frucht / kräutrig – ätherische Noten / voller Körper / konzentriert / monolithisch / sehr gute Länge / 2011 – 2019 /17,0+.  Marienberg “Fahrlay” GG 08: zurückhaltend / flinty / Würze / florale Noten / moderate Restsüsse / kräftige Säure / feste Struktur / zeigt gute Balance und Länge / 2011 – 2017 / 16,5+.  Marienberg “Fahrlay” 07: exotische Touch / fruchtbetonter und mehr Restsüsse als 08, was etwas zu Lasten der Struktur und Präzision geht / wirkt etwas stumpf / Zeit geben ? / 15,5.  Marienberg Kabinett 09: mineralischer Touch / weisser Pfirsich / Apfel / schlank / saftig / sehr gute Restsüsse – Säure Balance / frisches Finish / klassisch Mosel / jetzt bis 2014 / 15,0.

Tasting in fast privater Atmosphäre im Weintempel von Klaus Zimmerling

After Work Tasting “Sachsen” 13.08.10

Weine des After Work Tastings  am 13.08.10 in der LA VINOTHEQUE in Freiberg. 1. Frederic Fourré, Müller-Thurgau trocken 2009, Radebeul: verhalten / klare Frucht / dezente Würze / kräutrig / schlank / alk. 11,5 % Vol./ erfrischende Säure / besitzt Biss / jetzt bis Anfang 2011 / 14,5 P.  2. Klaus Zimmerling, Riesling trocken 2008, Dresden-Pillnitz: mittlere Intensität / reife Frucht / florale Nuancen / perfekt balanciert / elegant / kristallin / Alk. 12,0 % Vol. / gute Länge / jetzt bis 2013 / 16,0.  3. Schloss Proschwitz, Grauburgunder Kabinett trocken 2009, Meissen: Würze / Quitte / gelbe reife Frucht / mittlerer Körper / kernig / Alk. 13,0 % Vol. / besitzt Extrakt und Fülle / verkappte Spätlese / jetzt bis 2013 / 15,5+.  4. Meissener Weinhaus – Prinz zur Lippe, Spätburgunder trocken 2007, Meissen: Bitterschokolade / Würze / Schwarzkirsche / kräftiges Tannin / deutliches Holz am Gaumen / Bitternoten / Alk. 13,0 % Vol. / wirkt etwas unausgewogen / mittlere Länge / austrocknend / 2011 – 2014 / 14,5-.  5. Klaus Zimmerling, Gewürztraminer 2008, Dresden-Pillnitz: intensive Nase / Rosen / Würze / Waldhonig / voller Körper / Alk. 13,5 % Vol. / gute Säure-Restzucker Balance / mittlere Länge / jetzt bis 2016 / 15,5 P.