Philipp Wittmann im Restaurant LA VINOTHEQUE
Samstag, 26. November 2011 12:26
Thema: Winzer | Kommentare (0)
Samstag, 26. November 2011 12:26
Thema: Winzer | Kommentare (0)
Dienstag, 1. November 2011 23:48
Henri Bonneau gehört zu den großen Winzerpersönlichkeiten Frankreichs. Einen Termin bei ihm zu bekommen ist schwer und langwierig – nur wenigen gelang es bisher, in sein Kellerreich vorzudringen. Mythen ranken sich um ihn und und seine Weine, deren Verteilung bis vor einigen Jahren höchst subjektiv erfolgte. Ein Mittelsmann holt uns im Café la Mule du Pape im Herzen von Châteauneuf du Pape ab und führt uns durch alte Gassen zum Haus von Bonneau. Herzlich ist der Empfang und von Beginn an entwickelt sich eine ungezwungene Atmosphäre. Nach einer kurzen Phase des Kennenlernes geht es treppab in die verborgene Welt des Henri Bonneau. Gezieltes Marketing und gestylte Verkostungsräume sind ihm genauso suspekt und fremd wie das Einmaleins der modernen Önologie mit all ihren Hilfsmitteln, Pülverchen und Zusätzen – schon nach wenigen Minuten wird klar: Henri Bonneau ist die letzte Bastion des traditionellen Châteauneuf du Pape. Die museumsreifen Keller sind zum Teil aus dem 17. Jahrhundert und schockieren die Jünger des cleanen Winemaking. Dicke Flusen hängen von der Decke, alte Emailletanks, Barriquefässer, von denen bestimmt keines jünger als 10 Jahre ist. Jeder erwartet angesichts dessen defekte und unsaubere Weine. Henri Bonneau beweist einmal mehr, das verschiedene Wege zum Ziel führen. Alle Fassproben bestechen durch Tiefe und eine unglaubliche Klarheit. So simpel wie der Keller ist auch die Vinifikation bei Henri Bonneau: Vergärung mit den Stielen und spontan, keine zusätzliche Maischung nach dem Ende der Gärung, Ausbau zwischen 4-6 Jahren in gebrauchten Barriques. einige auch länger. So dreht sich dann das Gespräch auch recht schnell um viele andere Dinge, u.a. um Essen und den Algerienkrieg. Sohn Marcel reicht ein um das andere Mal Fassproben aus verschiedenen Jahrgängen und den verschiedenen Cuvées. Alle Weine sind überwiegend aus Grenache sowie kleinen Prozentsätzen von Vaccarese, Cunoise und Mourvedre, aber im Grunde genommen interessiert Bonneau die genaue Zusammensetzung auch nicht. Syrah mag Henri Bonneau überhaupt nicht – für ihn gehört diese Rebsorte ausschließlich an die nördliche Rhône. Das Alter der 6 ha Weinberge beträgt 30 – 40 Jahre. Jährlich werden rd. 15.000 Flaschen produziert, die sich auf vier Weine verteilen. Einen Vin de table (der außer dem Namen nichts mit der belanglosen Tafelweinproduktion Südfrankreichs zu tun hat) sowie 3 verschiedene Châteauneuf du Pape: Henri Bonneau, Marie Beurrier und die legendäre Reserve de Célestins. Welche Barrique für welchen Wein verwendet bleibt bis kurz der Abfüllung offen und das Geheimnis von Henri, allerdings stammen die Trauben für die beiden Top-Weine überwiegend vom Zentralplateau aus der Lage La Crau. Unabhängig von Unterschieden in Komplexität, Dichte und Länge haben alle Weine eines gemeinsam: Sie besitzen Wildheit, Würze und Struktur, die so vielen aufkonzentrierten, eichenholzwürzigen Fruchtbomben aus dem Châteauneuf du Pape abgeht. Keine Schmeichler und glattgebügelte Weine, sondern Weine mit Natürlichkeit und urwüchsigem Charakter – jeder Wein erzählt seine ganz eigene Geschichte. Nach 1,5 h – die wie im Fluge vergehen – ist das Feuerwerk zu Ende: unzählige Fassproben aus 6 verschiedenen Jahrgängen liegen hinter uns. Herzliche Verabschiedung – danach geht´s zu Château Beaucastel und zurück in eine reale Weinwelt.
PS: Eine limitierte Menge an Bonneau-Weinen steht uns nach diesem Besuch zur Verfügung – bei Interesse schicken Sie mir einfach ein Mail.
Thema: Allgemein, Wein der Woche, Winzer | Kommentare (0)
Donnerstag, 27. Oktober 2011 22:27
Spektakuläre Quinta im Douro Superior – gehört zu den Kronjuwelen der Symington Family (u.a. Graham´s und Dow´s ), die 1989 die Quinta erwarben. Mit António Bernardo Ferreira begann 1823 die Geschichte von Vesuvio – in den folgenden fünf Jahrzehnten gehörte die Quinta zu den besten Adressen im Douro. Danach erfolgte der Abstieg in die Anonymität, die Weine wurden für die Blends des Portweinhauses Ferreira verwendet. Seit 1989 werden wieder in geringer Menge Single Quinta Ports produziert, die das großartige Potential dieser Quinta zeigen. Neuerdings werden auch zwei Rotweine produziert. Aktuell stehen 132 ha der rd. 320 ha großen Quinta unter Reben, das Durchschnittsalter der Rebstöcke beträgt 25 Jahre. Zu Versuchszwecken wurden einige Terrassen als pilheiros angelegt. Dabei werden die jungen Rebstöcke in die Löcher der Steinmauern gepflanzt und horizontal erzogen. Der Platz darunter wurde dann früher für die Kultivierung anderer Pflanzen verwendet. Der Jahrgang 2011 wird wohl eine Legende werden. Dominic Symington war anlässlich unseres Besuches bei Vesuvio total aus dem Häuschen. Die Trauben strotzten vor Farbreichtum und Konzentration an Tannin und Geschmacksstoffen. Zum Abschluss des Besuches probierten wir dann noch einen Colheita aus dem Jahr 1992 – ein Privileg, da es diesen Port auschließlich auf der Quinta gibt.
Thema: Winzer | Kommentare (0)
Mittwoch, 24. August 2011 21:20
Im Jura wird in den nächsten Tagen die Weinlese 2011 eröffnet. Stéphane Tissot (Domaine André & Mireille Tissot in Montigny les Asures) beginnt am kommenden Montag mit der Lese der Trauben für die Crémants. Die Vorzeichen für den Jahrgang sind sehr gut – kerngesundes Traubenmaterial sowie gute Wetterprognosen für die kommenden 14 Tage versprechen exzellente Weine sowie ausreichende Mengen nach den Miniernten der letzten Jahre. Aber auch die derzeit releasten 2009er Chardonnay´s von Stéphane Tissot zeigen richtig Klasse: aromatisch komplexe, saftige und erfrischende Weine mit großem Entwicklungspotential.

Perfekte Wetterbedingungen - im Bild das romantische Dorf Château-Chalon, Namensgeber der gleichnamigen Premium-Appellation für den Vin Jaune
Thema: Regionen und Vintages | Kommentare (0)
Samstag, 23. Juli 2011 11:23
Architektonisch spektakuläre Bodegas in der genauso beeindruckenden Kulisse der D.O. Ribeira Sacra im Nordosten Spaniens. Trotz hervorragender natürlicher Bedingungen und jahrhundertelanger Tradition ist die Ribeira Sacra qualitativ bisher kaum in Erscheinung getreten. Mit der von Javier Dominguez gegründeten Bodegas könnte sich das zukünftig ändern und für eine Initialzündung in der Region sorgen. Bereits die ersten Weine sorgten für Furore, der LACIMA 2007 gehört zum besten, was derzeit in Spanien zu finden ist und unterscheidet sich mit moderatem Alkohol, Frische und Eleganz wohltuend von den Blockbuster-Weinen anderer Regionen. Önologischen Beistand geben René Barbier und Sara Pérez aus dem Priorat; die Leitung im Keller hat die charismatische Laura Lorenzo, die mit Ende Zwanzig sicherlich zu den talentiertesten Weinmacherinnen Spanien gezählt werden darf. Herzstück von Dominio do Bibei sind Weinberge im Alter zwischen 50 – 100 Jahre, die teilweise im gemischten Satz angelegt sind. Wichtige Rebsorten sind Mencia, Garnacha Tintorella, Mouraton und Brancellao sowie die weißen Godello, Albarino und Dona Blanca.
Lapola 2009 / Godello 60%, Albarinho, Torrontes/ perfumed nose / oaky touch / medium body / creamy / soft / medium acid / good length and balance/ – 2013
Lapola 2008 / Godello, Albarino, Torrontes, Dona Blanca / evolved nose/ dried fruits / oaky touch / crisp acid / mineral / medium length / – 2013
Lapena 2007 / 100% Godello /sweet oak / marzipan / almonds / medium body / plush velvety texture / medium acid / medium long finish / elegant style / very good/ – 2014
Lalama 2007 / 90% Mencia, Garnacha Tintorella, Mouraton / medium purple red / wild red berries / floral / medium body / good acid / mineral / Alc 12,0 / moderate firm tannins / vibrant / good length/ – 2018 / 17,0+
Lalama 2003 / 50% Mouraton, 50% Garnacha Tintorella / slightly developed colour / evolved / gamy / wild fruits / complex / balsamic notes / medium body / mineral / crisp acid / Alc 12,5 / grippy / still young / medium length / good / 16,5
Lacima 2007 / Mencia / medium purple red / closed / undeveloped / red fruits / cherry / mineral / pure / elegant style / great freshness / fine tannins / vibrant / focused / long / fine / 18,0 / – 2020
Thema: Regionen und Vintages, Winzer | Kommentare (0)